Er wolle in der laufenden Legislatur eine Fusion mit der Stadt Baden prüfen, gab der Gemeinderat von Turgi im Mai bekannt. In einem ersten Schritt werde es darum gehen, die Meinung der Einwohnerinnen und Einwohner Turgis zu erfahren. Dazu sagte Gemeindeammann Adrian Schoop (FDP) im Mai: «Wir wollen nichts überstürzen und die Bevölkerung in den Prozess einbeziehen. Das wird einige Zeit dauern.»

Im kommenden Frühling wird die Meinung der Bevölkerung an einem Workshop nun ein erstes Mal befragt. Nicht mittels einer repräsentativen Umfrage, sondern anhand einer unverbindlichen Abstimmung, die allerdings mehr als nur symbolischen Charakter haben wird. «Diese Abstimmung soll dem Gemeinderat einen Anhaltspunkt zur Frage geben, wie populär ein Zusammenschluss mit Baden oder allenfalls weiteren Gemeinden im Volk wäre», sagt Schoop. Eine klare Zustimmung würde der Gemeinderat als Legitimation auffassen, sich weiter um Fusionsgespräche zu bemühen. Der Gemeindeammann geht davon aus, dass der Workshop gut besucht sein wird. «Das Interesse in unserer Gemeinde an politischen Themen war in letzter Zeit gross.» Schoop hofft auf rund 200 Besucherinnen und Besucher.

Die mögliche Fusion mit Baden war auch an der Gemeindeversammlung im November ein Thema. So wurde der Gemeinderat gebeten, die Prüfung einer Fusion voranzutreiben. Ausserdem genehmigte das Stimmvolk zusammen mit dem Budget einen Kredit von 15 000 Franken für die Zusammenarbeit mit einem externen Beraterbüro, das den Prozess um die Zusammenschlussdiskussion in den kommenden Monaten begleiten wird.

Externen Berater engagiert

Diesen Montag hat sich der Gemeinderat für eine Zusammenarbeit mit Jean-Claude Kleiner aus St. Gallen entschieden. «Er hat langjährige Erfahrung im Bereich von Begleitungen von Gemeindefusionen. So auch im Kanton Aargau, etwa in Scherz und Lupfig», teilt der Turgemer Gemeinderat mit. Kleiner ist auch im Ostaargau kein Unbekannter: Er betreut das Zusammenschlussprojekt mit dem Namen «Rheintal+», an dem zehn Zurzibieter Gemeinden beteiligt sind.

Direkte Gespräche mit dem Badener Stadtrat gab es zuletzt bei einem gemeinsamen Essen der beiden Exekutiven nach den Sommerferien, ohne dass aber konkrete Beschlüsse gefällt wurden. «Erst geht es wie erklärt darum, die Einwohnerinnen und Einwohner mit ins Boot zu holen, beziehungsweise ihre Meinung zu erfahren. Wir hoffen natürlich, dass dies auch in Baden passieren wird.»

Der Turgemer Gemeindeammann ist davon überzeugt, dass beide Partner von einem Zusammenschluss profitieren könnten. Vor allem aus raumplanerischer Sicht würde eine Fusion Sinn machen, das kleinräumige Denken helfe langfristig nicht weiter. «Wir müssen eine grössere Region bilden, um noch stärker auftreten zu können, nicht nur im Kanton Aargau, sondern auch gegenüber der Region Zürich.» Er ist ausserdem überzeugt, dass die Identitäten von Baden und Turgi zusammenpassen würden: «Die Turgemerinnen und Turgemer sind weltoffene Menschen. Wir haben wie Baden eine bedeutende Industriegeschichte. Und wir sind eine urbane Gemeinde mit hoher Bevölkerungsdichte», sagte Adrian Schoop im Mai.