Auf den Schweizer Strassen bahnt sich eine kleine Revolution an: Die ersten inländischen Fernbusse machen sich startklar. Das Unternehmen Domo Reisen aus Glattbrugg hat beim Bundesamt für Verkehr Konzessionsgesuche für drei Strecken quer durch die Schweiz beantragt. Sie führen von Basel ins Tessin beziehungsweise ins Wallis und von St. Gallen nach Genf – und jeweils zurück.

«Eine Haltestelle ist auch in Baden vorgesehen, auf der Direktlinie Basel–Chiasso», sagt Patrick Angehrn, Leiter Linienbusverkehr bei Domo Reisen. Die Fahrpläne werden so aufeinander abgestimmt, dass Passagiere von Baden aus auch ins Waadtland, Wallis und in die Ostschweiz gelangen können, indem sie in Zürich, Bern oder Freiburg umsteigen. Die Billette sollen ungefähr halb so viel kosten wie Fahrten mit Halbtax bei den SBB. Ein Busticket von Baden nach Chiasso wird rund 20 Franken, von Baden nach Basel rund 6 Franken pro Person kosten.

Bereits seit einigen Jahren mischen deutsche Fernbusanbieter wie «Flixbus» den Markt auf. Sie verbinden auch Schweizer Städte mit dem Ausland, fahren beispielsweise von Konstanz via Zürich und Genf nach Lyon. Flixbus hat 2016 gemäss eigenen Angaben eine Million Passagiere durch die Schweiz befördert. Ausländischen Unternehmen ist es aufgrund des Kabotageverbots zum Schutz inländischer Transporteure aber untersagt, Personen innerhalb der Schweiz zu befördern.

Fernbus: Von Baden nach Basel, Chiasso oder Genf

Fernbus: Von Baden nach Basel, Chiasso oder Genf

Haltestelle beim Busbahnhof

Solche Inland-Fernbusfahrten will künftig die Schweizer Firma Domo Reisen durchführen, die seit mehreren Jahren im internationalen Linienbusverkehr tätig ist. Das Bundesamt für Verkehr wird prüfen, ob sie die Voraussetzung zur Erteilung der Konzession erfüllt: Das geplante Angebot darf bestehende Linien des öffentlichen Verkehrs nicht wesentlich beeinträchtigen. Insbesondere die SBB erachten Low-Cost-Busse als Konkurrenz.

Bei Domo Reisen ist die Zuversicht gross, dass die Konzession erteilt wird. «Erhalten wir die Bewilligung, nehmen wir den nationalen Fernbus-Betrieb mit dem Fahrplanwechsel im Dezember auf», sagte Angehrn gestern zum «Blick». Mit grünem Licht des Bundesamtes für Verkehr sei aber nicht vor Mitte Jahr zu rechnen. Fernbus-Angebote gab es in der Schweiz bisher nur saisonal, etwa von Flughäfen in Skigebiete.