Baden
Fronarbeit in den Bergen: Die Dampflok bekommt Hilfe aus der Stadt

60 Lehrlinge leisten Fronarbeit in den Bergen für die Erhaltung des Kulturguts Dampfbahn-Furka-Bergstrecke.

Julia Stückelberger
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Fronarbeit in den Bergen: Die Dampflok bekommt Hilfe aus der Stadt
10 Bilder
Elektroinstallationen wurden auch drinnen gemacht
Eine der Dampflokomotiven
Ein Teil der Fronarbeiter in den Bergen
Die schöne Naturlandschaft des Furkapasses
Die Lehrlinge tauschten die Baustelle gegen die Berglandschaft
Die Lehrlinge bei der Arbeit
Die Helfergruppe im Einsatz
Auch Elektroinstallationen gehörten zu den Arbeiten
Den ganzen Tag einsatzbereit

Fronarbeit in den Bergen: Die Dampflok bekommt Hilfe aus der Stadt

Zur Verfügung gestellt

Das Lehrlingslager der Eglin-Group, die in der Elektro-Branche tätig ist, findet alle zwei Jahre statt. Während einer Woche leisten die Auszubildenden Fronarbeit in den Bergen. Dieses Jahr ging es nach Realp (UR) und Gletsch (VS). 60 Lehrlinge tauschten ihre Baustellen gegen die schöne Berglandschaft ein.

Sie arbeiteten dieses Jahr während dreier Wochen an der Dampfbahn Furka-Bergstrecke. 20 Auszubildende pro Woche waren mit Gleisarbeiten, Vegetationsarbeiten und Elektroinstallationen in den Gebäuden, in denen die vier Lokomotiven untergebracht sind, beschäftigt. Die Lehrlinge reinigten die Gleise von Pflanzen, zogen Kabel und wechselten Schalter aus.

Für einen guten Zweck

«Die Bahngesellschaft Dampfbahn-Furka-Bergstrecke ist auf Freiwilligenarbeit angewiesen», sagt Oliver Eglin, Geschäftsführer der Eglin Holding AG. «Jährlich kommen 2000 bis 3000 freiwillige Helfer aus ganz Europa, um das Kulturgut zu erhalten.» Die Eglin Holding AG hat das Material für die Arbeiten in diesen Wochen gesponsert. Die Lehrlinge arbeiteten wie üblich von 7.30 bis 17.00 Uhr mit einer Stunde Mittagspause.

Die Gegenleistung war gut: Ein Küchenteam der Furka-Dampfbahn bekochte die Helfergruppe aus Baden. Übernachten durften die Lehrlinge in der Pension «Blauhaus» der Furka-Dampfbahn. «Im letzten Lager vor zwei Jahren mussten wir noch selber kochen», sagt Eglin.

Die Bildung während dieser Wochen durfte auch nicht zu kurz kommen. Die erste Gruppe, die in Gletsch stationiert war, genoss eine Führung über den Rhonegletscher. Die beiden anderen Gruppen, welche in Realp stationiert waren, besichtigten in den darauffolgenden Wochen den Stausee in Göschenen und das dazugehörige Elektrizitätswerk.

Seit 20 Jahren führt die Eglin-Group solche Lager durch. Meist bieten sie ihre Arbeit Sozialwerken in den Bergen an oder Bergbauern, die darauf angewiesen sind. «In der Regel gehen wir auf die Leute zu und bieten unsere Arbeit an. Mit den Jahren sind aber Kontakte entstanden, welche mit uns in Verbindung treten und uns um Hilfe bitten», sagt Eglin.

Furka-Dampfbahn feiert Jubiläum

Die Dampfbahn-Furka-Bergstrecke besitzt mehrere historisch aufgearbeitete Dampflokomotiven. Sie bietet Touristen eine Reise durch die Naturlandschaften von Realp nach Oberwald (VS) und lässt sie die Bahntechnik von früher erleben. Diesen Sommer feiern sie das 100-Jahr-Streckenjubiläum Brig-Gletsch.

Erst seit 1926 ist die heutige Bahnstrecke Realp-Oberwald in Betrieb und 1982 wurde der Furka-Basistunnel fertiggestellt. Der Verein Furka-Bergstrecke zählt rund 8000 Mitglieder aus dem In- und Ausland. Diese unterstützen den Verein mit Mitgliederbeiträgen, Spenden und mit ihrer Arbeitskraft.

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