Mellingen

Französisches Flair zieht ins Städtchen - in Form einer Brasserie

Stefano Kropp ist der neue Pächter des «Weissen Kreuzes»: Er eröffnet eine Brasserie mit Fleisch- und Fischspezialitäten. Der Wein dazu kommt ebenfalls aus Frankreich. Aargauer Spezialitäten gibt es aber auch.

Gross war die Neugier, wer künftig im Restaurant Weisses Kreuz an der Hauptgasse in Mellingen wirten wird. Nach fünfjähriger Tätigkeit haben sich Pächterin Maja Gasser und Hanspeter Bäriswyl im Februar von ihren Gästen verabschiedet.

Nun ist klar: Stefano Kropp (28) aus Niederrohrdorf führt ab Mitte April das «Weisse Kreuz». Der gelernte Koch und diplomierte Hotelier wird mit einem dreiköpfigen Team eine Brasserie eröffnen.

«Es werden klassische Gerichte aus der französischen Küche serviert, die wir neuzeitlich interpretieren», sagt Stefano Kropp. Auf dem Menü stehen Fleischspezialitäten wie Côte de Bœuf, das auf der Feuerstelle im Restaurant flambiert wird. Aber auch Fischspezialitäten und Meeresfrüchte, roh, grilliert oder gebraten, werden nicht fehlen.

Die Produkte werden – wo möglich – bei regionalen Herstellern eingekauft. «Wir legen Wert darauf, den Gästen ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten.» Beispielsweise gibt es Hauptspeisen ab 35 Franken, etwa Kaninchen mit schwarzer Polenta und Dijon-Senf. Was den Wein betrifft, liegt der Fokus auf französischer Herkunft. Daneben werden auch Spezialitäten aus dem Aargau angeboten.

Konkurrenzanalyse gemacht

Weshalb sich der Junggastronom für ein Konzept mit einer Brasserie entschieden hat, begründet er wie folgt: «Heutzutage kommt man nicht weit, wenn man ein beliebiges Konzept auf den Tisch legt. Auch reicht es nicht mehr, einfach ‹nur› gut zu kochen.» Die Gäste seien anspruchsvoller geworden. «Sie wollen fürs Geld etwas erleben.»

Deshalb habe Kropp vor zwei Jahren eine Konkurrenzanalyse gemacht, wobei sich herausgestellt hat, dass ein Restaurant mit französischen Spezialitäten am meisten Potenzial hat. «Mellingen hat sehr viel Charme, da passt ein Restaurant mit französischem Flair sehr gut.»

Dass er sich ausgerecht den verkehrsgeplagten Standort im Reussstädtchen ausgesucht hat, sieht er nicht als Risiko – im Gegenteil: «Genau darin liegt die Chance. Ich bin überzeugt, wenn das Produkt, das Konzept und die Dienstleistung stimmen, dann spielt der Standort keine Rolle» Ein gewisses Restrisiko bestünde immer, ist sich der neue Pächter, der seit 13 Jahren in der Gastronomie arbeitet, bewusst. «Wichtig ist es, dass wir flexibel bleiben, auf Rückmeldungen reagieren und immer am Ball bleiben», sagt Stefano Kropp, der seit drei Jahren stellvertretender Direktor der Hotel Uto Kulm AG in Zürich ist.

Um künftig für die Gäste in Mellingen da zu sein, wird er sein Pensum reduzieren. «Ich freue mich auf die neue Aufgabe», sagt er. Noch sind kleine Vorbereitungsarbeiten im Gange, etwa beim Interieur. «Wir möchten den Gästen ein gemütliches Ambiente bieten, indem sie entspannen und geniessen können.»

Liegenschaft wurde 1560 gebaut

Das «Weisse Kreuz» war in Vergangenheit unter Wirtin Agnes Heuer weitbekannt. An Silvester 1971 startete die damals 26-Jährige ihre Wirtetätigkeit, die fast 40 Jahre dauerte. Im Frühjahr 2011 verabschiedete sie sich in den Ruhestand. Nach Heuer wollten vier Brüder eine Gasthofbrauerei mit Brasserie und «Stübli» eröffnen.

Doch das Projekt scheiterte an den hohen Kosten. Schliesslich erwarben Bernhard Leutenegger und Christoph Schoop die im Jahr 1560 gebaute Liegenschaft. Sie investierten rund 1,5 Millionen Franken ins Restaurant und in die drei darüberliegenden Wohnungen. Im März 2013 öffnete die sanierte Traditionsbeiz mit Pächterin Maja Gasser wieder ihre Türen. Per Anfang 2018 lief der Pachtvertrag ab, weshalb sich Leutenegger auf die Suche nach einem neuen Pächter machte.

«Mit Stefano Kropp haben wir einen geeigneten Gastronomen gefunden», sagt der Architekt, der den neuen Pächter auch privat kennt. Leutenegger ist zuversichtlich, dass die Traditionsbeiz wieder an die erfolgreichen Zeiten von früher anknüpfen kann. «Das ‹Weisse Kreuz› soll zu einem Restaurant werden, in dem sich die Dorfbevölkerung und die Vereine wohlfühlen.»

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