Plateau für Plateau erklimmen die Fische den kleinen, künstlich angelegten Bach, auch «Fischtreppe» genannt.

Oben ankommen, haben sie eine Höhendifferenz von etwa zweieinhalb Metern erstiegen – und die Turbinen, eine sonst unüberwindbare Schikane, umgangen. Nun können sie den Fluss weiter aufwärtswandern, um sich anschliessUntersiggenthal end fortzupflanzen und zu laichen.

Einige Monate später, bei der Abwärtswanderung, geraten sie wieder in denselben Flussabschnitt, doch diesmal treffen sie auf ein anderes Hindernis: Der Rechen des Kleinwasserkraftwerkes steht ihnen im Weg.

Der Strömung folgend tasten sie sich der diagonal durch den Fluss gezogenen, kammähnlichen Struktur entlang, bis sie den Weg durch eine Klappe in einen kleinen, unterirdischen Kanal finden.

Sie durchschwimmen ihn und lassen die Anlage ein weiteres Mal hinter sich -- der 2013 neu gebaute Fischabstieg hat seinen Zweck erfüllt,

Bau der Abstiegsrinne

«Momentan muss die Klappe der Fischabstiegsrinne zu Reinigungszwecken noch manuell geöffnet und geschlossen werden, später wird das jedoch automatisiert», sagt Peter Morf, Betriebs-- und Technikbeauftragter für Kleinwasserkraftwerke der Axpo.

Schon der Bau der Abstiegsrinne war ziemlich arbeitsintensiv, musste der drei Meter tiefe Oberwasserkanal doch einige Meter flussaufwärts umgeleitet werden.

Der Boden im Untergeschoss des Maschinengebäudes wurde an einer Stelle aufgebrochen und später wieder zubetoniert, damit der Kanal gebaut werden konnte.

«Für die Axpo brachte diese Investition eine Win-win-Situation für den Kraftwerksbetrieb und die Ökologie der Gewässer», sagt Morf.

In zwei Etappen geteilt

Das Kleinwasserkraftwerk Stroppel, Baujahr 1868/69, hat seinen Zenit langsam überschritten, Sanierungsarbeiten stehen an. Die in zwei Etappen geplante Sanierung wird rund 4,2 Millionen Franken kosten.

Das Auswechseln zweier der drei eingebauten Turbinen, die Aufrüstung mit einer automatischen Rechenreinigungsmaschine für die neue Rechenanlage, das Auswechseln der Kraftwerks-Steuerung und die Sanierung der Gebäudefassade stehen noch an.

Vor allem das Auswechseln der teils veralteten und oft fehlerhaften Turbinen ist zentral wichtig: Bei korrekter Ausführung wird eine Erhöhung der Jahresproduktion von 4,1 auf 5,0 GWh möglich sein.

Erste Etappe bereits erledigt

Der erste Teil der Arbeiten wurde bereits im vergangenen Winter/Frühling abgeschlossen, augenfällig sind hier hauptsächlich der Bau der neuen Rechenanlage mit Horizontalrechen, welche Fremdkörper aus dem Wasser herausfischt, die ansonsten die Turbinen beschädigen könnten.

Des Weiteren wurde im Maschinengebäude ein neuer Hallenkran aufgestellt und die Tafelschützen am Turbineneinlauf wurden saniert. Ausserdem wurde eine Fischabstiegsrinne hinzugefügt, um den flussabwärts wandernden Fischen den Weg zu erleichtern.

Somit ist das Kraftwerk Stroppel eines der ersten Schweizer Wasserkraftwerke, welches nicht nur die Auf-, sondern auch die Abwärtswanderung der Fische gefahrlos ermöglicht.