Die Killwangener, die heimlichen Gallier des Aargaus? Das behauptet auf jeden Fall der Turnverein Killwangen. Vor mehr als 20 Jahren haben dessen Mitglieder eine Beachparty ins Leben gerufen, die bis heute jedes Jahr am 31. Juli begangen wird.

Ganz bewusst wollten sie nicht wie überall sonst am Nationalfeiertag, sondern bereits am Abend davor feiern: «Wir haben uns damals gedacht, dass es noch gar nichts gibt, um in den freien Tag reinzufeiern», sagt Roman Kägi, Mitglied des Turnvereins und langjähriger DJ des Anlasses. «Wir füllten quasi eine entstandene Marktlücke. Dabei wollten wir doch einfach nur ein tolles Fest» – von dem sich die Killwangener am 1. August entspannt erholen und ihren freien Tag geniessen können.

Ausserdem: Wer braucht schon ein Meer für eine Strandparty, wenn er ein eigenes Schwimmbad hat? Das fand auch Markus Regensburger ideal, einer der Organisatoren der ersten Stunde: «Es war eine Bieridee: Wir haben Glück und mit dem ‹Meierbädli› ein Gratis-Freibad, das man so in der Region vergebens sucht. So lag die Idee schnell auf dem Tisch.»

Rasch gewachsen

Wann die erste Ausgabe stattfand, weiss niemand mehr so genau. Auch Stefan Kern nicht, der zwar nicht mehr in Killwangen wohnt, aber dem Turnverein als passives Mitglied erhalten geblieben ist: «Ich weiss nur noch, dass es um die Zeit war, als der 1. August offiziell zum gesetzlichen Feiertag erklärt wurde.» Die Abstimmung war 1993. Der erste freie Nationalfeiertag fällt ins Jahr 1994, also vor 24 Jahren.

Erst war es ein einfacher Glacestand: «Eine Handvoll Sonnenschirme, Bier, Glace, guter Sound – mehr brauchte es dafür nicht.» Schon bald suchten sie die Kooperation mit der Gemeinde und den bisherigen Organisatoren der 1.-August-Feier. So wuchs die Beachparty weiter an. Die Infrastruktur wurde moderner, Musikvideos flimmerten über Bildschirme, bald kamen Feuershows, ein Lampionumzug, Festzelt und eine aufwendige Dekoration hinzu, um den Killwangenerinnen eine attraktive Party bieten zu können.

Unverhofft kommt oft

Dass die Party so erfolgreich wurde, war alles andere als geplant: Es sei «vielmehr Zufällen und emsigem Schaffen zu verdanken», sagt Kern. Jährlich nehmen mehrere hundert Personen daran teil: «Aber das Dach ist erreicht. Der Anlass spannt die Vereinsmitglieder jedes Jahr stark ein. Wir wollen uns daher vor allem noch qualitativ verbessern.»