Turgi/Zezikon

Fall Isabella (†20): Kantonspolizei Thurgau bildet spezielle Ermittlergruppe

Wie, wann und wo Isabella gestorben ist, ist unklar.

Wie, wann und wo Isabella gestorben ist, ist unklar.

Seit Donnerstagmorgen steht fest: Die tote Frau, die in einem Wald in Zezikon TG gefunden wurde, ist die vermisste Isabella T. aus Turgi. Die zuständige Kantonspolizei Thurgau bildet für den Fall eine eigene Ermittlergruppe, um herauszufinden, wie die 20-Jährige ums Leben kam.

Eine Woche, nachdem Manfred Hunziker in einem Waldstück im Kanton Thurgau die Leiche einer Frau entdeckt hat, steht fest: Die Tote ist die vermisste Isabella T. (20) aus Turgi. Die Kantonspolizei Thurgau teilte am Donnerstagmorgen mit, Abklärungen des Instituts für Rechtsmedizin St. Gallen hätten ergeben, dass es sich bei der Toten um die junge Serbin aus dem Aargau handelt.

Mario Christen, Sprecher der Kantonspolizei Thurgau, sagt auf Anfrage: "Wir bilden für diesen Fall eine spezielle Ermittlergruppe und tragen nun in einem ersten Schritt alle verfügbaren Informationen der Kollegen aus anderen Kantonen zusammen." Dies sind in erster Linie der Aargau, wo Isabella T. bei ihrer Familie in Turgi wohnte, und Zürich, wo die junge Frau Anfang November zuletzt im Ausgang gesehen wurde.

Dass eine tote Frau in einen Teppich eingewickelt im Wald gefunden wird, lässt mit grosser Wahrscheinlichkeit auf ein Gewaltverbrechen schliessen. Christen spricht aber nicht von Mordermittlungen oder einem Tötungsdelikt, sondern sagt weiterhin, die Polizei ermittle in alle Richtungen. Grund dafür ist, dass die Todesursache von Isabella T. noch nicht feststeht, wie die Kantonspolizei Thurgau mitteilt.

Thomas Knecht, leitender Arzt der forensischen Psychiatrie am Psychiatrischen Zentrum Appenzell Ausserrhoden in Herisau, erklärte gegenüber der "Thurgauer Zeitung", eine Gewalttat sei im Fall Isabella nur eine von verschiedenen Möglichkeiten. "Denkbar sind zum Beispiel Alternativen wie Unfall oder Selbstintoxikation." Die Tatsache, dass eine tote Person heimlich beseitigt wurde, ist laut dem Psychiater noch vieldeutig. Ein Gewaltverbrechen müsste jedenfalls Spuren am oder im betreffenden Körper hinterlassen haben - und diese hat die Polizei offenbar noch nicht gefunden.

Schon rund ein Dutzend Zeugen

Polizeisprecher Christen sagt, bisher hätten sich rund ein Dutzend Zeugen gemeldet, die Ermittler hofften aber auf weitere Informationen aus der Bevölkerung. Gemäss bisherigen Erkenntnissen wurde die Leiche von Isabella T., eingerollt in einen hellgrünen Teppich, "vor Sonntagmittag, 24. Dezember 2017 mit einem Fahrzeug in den Wald gebracht", wie es in der Mitteilung heisst. Christen kann aber weder zum genauen Zeitpunkt, noch zur Art des Fahrzeugs weitere Angaben machen.

Offen ist auch, wann und wo die Frau ums Leben gekommen ist, bevor sie nach Zezikon TG gebracht wurde. Auf diese Fragen konzentrieren sich die Ermittlungen der Kantonspolizei Thurgau und der Staatsanwaltschaft Bischofszell sowie weitere Abklärungen des IRM St. Gallen. 

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Der Bruder der Verschwundenen meint, die Polizei hätte mehr für seine Schwester tun müssen.

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