Am Ende bleibt eine Lücke in den Herzen der Oberrohrdorfer Bevölkerung, die gut 40 Meter gross ist: Nachdem am Dienstag der 137 Jahre alte Mammutbaum Stück für Stück gefällt wurde, trauern ihm viele Bewohner nach. «Es tut sehr weh», sagt eine alte Dame, «er war ein Wahrzeichen von Oberrohrdorf». Ein älterer Herr ergänzt noch: «Es tut mir richtig weh, wenn sie den Baum hier zerstückeln.»

Auch eine Mutter beklagte sich gegenüber «TeleM1»: «Ich war mit meinem Sohn jedes Jahr zur Eröffnung der Adventszeit hier. Er wird sehr fehlen.» Seit der Erstbeleuchtung 2005 war der Riese der grösste frei wachsende Christbaum Europas.

Hackschnitzel und eine Skulptur

Gefällt wurde der Baum von Kletterspezialisten. Einer von ihnen, Reto Iseli, hat grossen Respekt vor dem Giganten: «Es ist schon speziell. Dieser Baum hat eine Geschichte. Wenn er reden könnte, würde er uns viele Geschichten erzählen, bei denen wir danach schlauer wären.»

Baumfällung: Oberrohrdorf verliert seinen Mammutbaum.

Baumfällung: Oberrohrdorf verliert seinen Mammutbaum.

Baumbesitzer Felix Näf hatte sein Haus gleich neben dem Riesenbaum. Tagtäglich schaute er zu ihm. «Es tut mir schon leid. Aber in der letzten Zeit war er nicht mehr so wie früher, daher bin ich schon froh, ist er nun weg.»

Die Äste werden nun zu Hackschnitzel verarbeitet und der Stamm wurde vom Holzkünstler Stefan Schmidlin gekauft. Der Ex-Schmirinski-Künstler möchte eine mehr als fünf Meter grosse Skulptur daraus schnitzen. «Es sollen Menschen daraus kommen. Man soll aber trotzdem die Mächtigkeit des Baumes in der Skulptur sehen.» (hug)