«Vor wenigen Wochen hat der Stadtrat die Baubewilligung erteilt, ohne dass eine einzige Einsprache eingegangen ist», sagt Rolf Stephani. Der Fürsprecher war vor rund 20 Jahren Mieter der ersten Stunde im Täfernhof.

Doch nicht nur das: Er ist auch Verwaltungsrat der Immobilienfirma Nairinella, welcher der Täfernhof und das angrenzende Grundstück gehört. Auf der rund 8000 Quadratmeter grossen Nachbarsparzelle ist neben dem Täfernhof 2 ein zusätzliches Gewerbegebäude vorgesehen, das die Firma Pneu Egger AG beziehen wird.

«Heute steht dort noch ein Eternitgebäude, das nun abgerissen wird», sagt der für das Projekt verantwortliche Badener Architekt Walter Kohler. Die Besitzer (siehe Kasten) lassen sich die Überbauung rund 45 Mio. Franken kosten.

Fast an Esel gescheitert

Dass überhaupt gebaut werden kann, ist nicht selbstverständlich, das Vorhaben wäre fast an einem Esel gescheitert. «Negi» ist über 30 Jahre alt und gehört dem «Täfern»-Wirt Markus Friedli.

Dessen Tanten hatten das Land vor rund drei Jahren mit der Auflage an die neuen Besitzer verkauft, die Parzelle dürfe erst überbaut werden, wenn der Esel nicht mehr lebe.

Nun, der Esel lebt noch. Gebaut werden kann trotzdem, weil ein Grüngürtel rund um den Neubau vorgesehen ist, der dem Esel – und mit ihm auch dem 22-jährigen Pferd «Fingo» und vier Geissen – Lebensraum bietet.

«Ich bin sehr glücklich, dass eine Lösung gefunden wurde», sagt Friedli. Während der Bauphase werde er versuchen, auf dem Nachbarsgrundstück ein Stück Rasen für die Tiere einzuzäunen.

Die Nutzungsfläche des Täfernhof 2 wird rund 14 000 Quadratmeter betragen und fünf Stockwerke umfassen. «Wie beim Täfernhof wird es einen Innenhof geben», sagt Kohler. Überhaupt sei es das Ziel, dass die beiden neuen Gebäude mit dem Täfernhof eine Einheit bilden.

«60 Prozent der künftigen Räume sind bereits vermietet», sagt Stephani. Die Büroräume würden sich vor allem für Dienstleistungsfirmen oder technische Unternehmen eignen.

Von Potential überzeugt

Kohler und Stephani sind vom Potenzial der Überbauung überzeugt. «Wir befinden uns hier dank der Nähe zur Autobahn an einer äusserst attraktiven Verkehrslage», sagt Stephani. Gleichzeitig bereite der Verkehr aber auch Sorgen – vor allem die Parkiersituation. «Mit dem Bau von 200 Parkplätzen hoffen wir, die Situation entschärfen zu können.»

Auch in Sachen Umwelt lässt sich der Neubau sehen. Neben Minergie-Standard ist vorgesehen, das Gebäude mit Grundwasser zu heizen. «Wir haben Probebohrungen durchgeführt», sagt Kohler.

In der Tiefe von rund sieben Metern sei man auf Grundwasser gestossen. «Das ganze Projekt wird natürlich von einem Geologen begleitet.» Nachdem das Wasser durch einen Wärmetauscher geführt worden ist, wird es wieder ins Grundwasser zurückgeführt.

«Mit dem Grundwasser können wir im Winter heizen und im Sommer kühlen und brauchen so erst noch sehr wenig Energie», so Kohler. Der Spatenstich wird diesen Herbst erfolgen, mit der Fertigstellung rechnet man bis im Herbst 2015.