Baden
Erste Läden eröffnet, neue Fahne aufgezogen: Schulhausplatz erhält letzten Feinschliff

Im Bezirksgebäude drückten früher die Badener Kinder die Schulbank – jetzt prägt es wieder das Stadtbild. Am 18. August 2018 – man beachte die Schnapszahl – steigt auf dem Badener Schulhausplatz nach drei Jahren Bauzeit das grosse Eröffnungsfest.

Andreas Fahrländer
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Feinschliff am Schulhausplatz Baden
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Schulhausplatz Baden Um 1940 gab es hier noch keine Unterführungen. Das Bezirksgebäude war damals noch das Badener Schulhaus, dass dem Platz seinen Namen gab.
Schulhausplatz Baden Jetzt weht eine stattliche Aargauer Fahne statt der Badener Fahne am Haus.
Schulhausplatz Baden Der Stadtrat liess das erste Badener Schulhaus 1856/57 von Architekt Robert Moser bauen.
Schulhausplatz Baden Seit 1983 gehen hier keine Schüler mehr zur Schule: Heute ist es Stützpunkt der Kantonspolizei und Bezirksgefängnis.
Schulhausplatz Baden Am 18. August wird der Schulhausplatz mit einem Fest für geladene Gäste und die Badener Bevölkerung eröffnet.
Schulhausplatz Baden In der Cordulapassage unter dem Platz hat bereits der erste Laden aufgemacht: der "7-Day-Shop".
Schulhausplatz Baden Der Schulhausplatz ist die meistbefahrene Strassenkreuzung im Kanton und eine der verkehrsreichsten der Schweiz.

Feinschliff am Schulhausplatz Baden

Chris Iseli

Zurzeit wird rund um den Platz der letzte Feinschliff ausgeführt. Der erste Laden in der Cordulapassage hat bereits eröffnet, jetzt werden noch die goldenen Geländer rund um den Platz montiert.

Jüngst wurde auch eine neue Fahne aufgezogen: Seit wenigen Tagen ziert das Kantonswappen das Bezirksgebäude, das durch die Sanierung des Platzes wieder eine neue Stellung im Stadtbild erhalten hat. Eigentlich nur logisch: Das Haus gehört zwar der Stadt, früher waren hier das Bezirksgericht und das Bezirksamt untergebracht. Seit 2010 wird es aber komplett vom Kanton gemietet. Es beherbergt den Stützpunkt der Kantonspolizei und im Dachgeschoss das Bezirksgefängnis.

Bilder von der Mega-Baustelle am Badener Schulhausplatz:

2016: Im grossen Loch unterhalb des Bezirksgebäudes (links) erkennt man die Seitenwände des Bustunnels.
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Baustelle Schulhausplatz Baden
Baustelle Schulhausplatz Baden
Baustelle Schulhausplatz Baden
Baustelle Schulhausplatz Baden
Baustelle Schulhausplatz Baden

2016: Im grossen Loch unterhalb des Bezirksgebäudes (links) erkennt man die Seitenwände des Bustunnels.

Carla Stampfli

Die Beziehung der Badener zu ihren Fahnen ist eine besondere: Die Freude war gross, als Anfang Jahr auf der Schlossruine Stein wieder die Badener Farben flatterten. Stadtammann Markus Schneider hat damit ein Wahlversprechen eingelöst. Sein Amtsvorgänger Geri Müller hatte stets auf der Schweizer Fahne bestanden.

Die etwas verhutzelte Badener Fahne, die bislang am Bezirksgebäude hing, wurde dafür jetzt pünktlich zum Fest durch eine stattliche Aargauer Fahne ersetzt. Sie mag den einen oder die andere daran erinnern, dass Baden trotz aller Distanz nach Aarau eben doch auch eine Aargauer Stadt ist.

Hier stand das Kapuzinerkloster

Was viele nicht wissen: Der Schulhausplatz heisst so, weil das Bezirksgebäude das erste Badener Schulhaus war. An dieser Stelle vor den Toren der Altstadt lag von 1591 bis 1841 das Kapuzinerkloster. Nach dem Abriss des Klosters 1855 liess der Stadtrat nach den Plänen von Robert Moser das klassizistische Schulhaus bauen.

Bis dahin wurden die Schulkinder im Agnesenspital vor der Stadtkirche unterrichtet. 1866 kam am Schulhausplatz der prächtige Obeliskenbrunnen dazu, der jetzt wieder frisch renoviert vor dem Haus plätschert. Lange galt das Badener Schulhaus als das schönste im Kanton. 1903 wurde dann das «Neue Schulhaus» Ländli eingeweiht, nur ein paar Meter weiter hinten am Ländliweg. Seit 1983 drücken im «Alten Schulhaus» endgültig keine Schüler mehr die Schulbank.

Eröffnung des neuen Schulhausplatzes: «Ciao, ciao Piazza Insalata!»

Mit einem Überraschungsakt auf dem Schulhausplatz beginnt am 18.8.2018 um 10 Uhr das grosse Eröffnungsfest. Das Fest für die Badener Bevölkerung und Gäste aus den umliegenden Gemeinden hat das Motto «Ciao, ciao Piazza Insalata!».

Im Volksmund heisst es, dass der Schulhausplatz wegen des Verkehrschaos aus Velos, Autos, Eisenbahn und Fussgängern so getauft wurde. Er bekam diesen Namen aber auch wegen des «Ampelsalats», der hier nach der grossen Verkehrssanierung in den Sechzigerjahren installiert wurde. Die Ampeln bekamen damals allesamt einen Namen.

Am 18. August werden nun die Gäste der Stadt und des Kantons von Baudirektor Stephan Attiger und Stadtammann Markus Schneider begrüsst. Für die geladenen Gäste wird es einen Apéro geben, mit einer interreligiösen Feier wird dann das Fest für die Bevölkerung eröffnet. Ab 13 Uhr werden auf der Bühne bei der Cordulapassage lokale Künstlerinnen und Künstler auftreten. Für Kinder und Familien gibt es beim Lindenplatz ein Rahmenprogramm.

Bis zum Festende um 23.30 Uhr wird es laufend Konzerte, eine Modeschau, einen Veloparcours und Sportshows geben. Die Quartiervereine und Anwohner betreiben zudem zahlreiche Stände mit Verpflegung und Unterhaltung. Falls das kantonale Feuerwerksverbot bis am 18. August aufgehoben wird, zündet die Stadt Baden zum Abschluss das grosse Feuerwerk von der Schlossruine Stein, das am 1. August abgesagt werden musste. (AF.)