Baden

Ernüchterndes Ergebnis für BBQ-Team: «Für die Juroren hätte es süsser sein müssen»

Die «Gecko BBQ»-Mitglieder Antonio Sirera (v.l.), Samy Scheller und Dennis Amende. Es fehlen: Raphael Jäger/Fabienne Amende.

Die «Gecko BBQ»-Mitglieder Antonio Sirera (v.l.), Samy Scheller und Dennis Amende. Es fehlen: Raphael Jäger/Fabienne Amende.

Ein ganzes Wochenende haben die «Gecko BBQ»-Mitglieder um Teamchef Dennis Amende in den USA gegrillt – obwohl der Wettbewerb mit einer ziemlichen Ernüchterung endete, blicken sie auf ein gelungenes Event zurück und nehmen viel Positives aus Kansas mit.

Rund 500 Teams aus der ganzen Welt reisten vor zwei Wochen nach Kansas zum American Royal Invitational BBQ-Wettbewerb, doch kaum ein Team hatte so einen weiten Weg wie das Badener Grillteam «Gecko BBQ». Die Truppe um Badener Dennis Amende hatte sich als erstes und einziges Schweizer Team für den Wettbewerb qualifiziert.

Partys, Live-Musik und ein grosses Jubiläumsfest konnten die Schweizer vor kurzem hautnah erleben. «Das war eine Wahnsinnserfahrung. Alles war gigantisch und super organisiert», sagt Dennis Amende. Der Teamchef schwärmt von dem Barbecue-Anlass, obwohl es für seine Gruppe nicht so ausging, wie erhofft: «Beim ersten Wettkampf haben wir einen ziemlichen Dämpfer bekommen. Wir sind im hinteren Drittel gelandet», sagt Amende.

Feedback gibt es erst in etwa zwei Wochen

Bei einem Wettbewerb dieser Grösse könne man sich keinen einzigen Fehler erlauben, erklärt der 36-Jährige. Was die Gruppe jedoch genau falsch gemacht hat, wisse er nicht. «Das ist das Schwierige, wir können es schlichtweg nicht sagen.»

Bei den anderen Wettbewerben, an denen sein Team teilgenommen hat, gebe es immer eine Bewertung mit Kommentar der Juroren. «Aber dadurch, dass das Royal so gross ist, kriegt man das Feedback nicht sofort, sondern erst nach zirka zwei Wochen.» Es könne am Gargrad, der Zartheit, aber auch am Geschmack gelegen haben. Amende vermutet Letzteres: «Wir haben uns mit anderen Teams ausgetauscht. Uns wurde dann gesagt, dass es möglicherweise daran gelegen habe, dass wir das Fleisch mit Senfsosse herber gemacht haben – das hätten wir nicht machen sollen. Die Juroren mögen es süss.»

Fleisch wurde an Bedürftige verteilt

Den Tipp hat sich das Team für den zweiten Wettkampf zu Herzen genommen. Mit einem süsseren Ergebnis sind die Badener dann gegen 500 Teams im vorderen Mittelfeld gelandet. «Wir mussten unser europäisches Barbecue anpassen und es mehr im Kansas-Style garen – das kam dann gut an», sagt Amende.

Nichtsdestotrotz habe er nicht mit dem ernüchternden Ergebnis gerechnet: «Wir waren alle sehr zufrieden und der Meinung, dass wir in Europa mit genau dem Fleisch weit vorne gelegen hätten – aber das ist die USA und das Geschmacksprofil ist nun mal anders.»

In Europa sei der Geschmack ausgewogener, man vertrage mehr Süsse und Schärfe, in den USA sei es einseitig. «Im Nachhinein ist man immer schlauer», sagt Amende. Dafür konnten sich die Bedürftigen in Kansas freuen, denn das zubereitete Fleisch aller Wettbewerbsteilnehmer wurde vom Organisator verteilt.

Pitmaster Dennis Amende erklärt den Unterschied zwischen Grillieren und Barbecue.

Pitmaster Dennis Amende erklärt den Unterschied zwischen Grillieren und Barbecue.

Die Barbecue-Familie rückt weiter zusammen

Dass Schweizer bei dem Wettbewerb teilnehmen, habe sich schnell herumgesprochen: «Wir wurden auf viele Privatpartys von US-Amerikanern eingeladen», sagt Amende. Irgendwann seien es zu viele gewesen, sodass die Badener einige absagen mussten. «Wir können nicht auf so vielen Partys gleichzeitig tanzen.»

Und doch seien die Veranstaltungen wichtig, um Kontakte zu knüpfen. «Wir haben einige Freunde gefunden, darüber freuen wir uns am meisten», sagt Amende. Jetzt arbeite er daran, amerikanische Teams zum nächsten Wettbewerb in Deutschland einzuladen. Momentan seien die europäischen Wettbewerbe noch weit hinter den amerikanischen. «Hierzulande liegen wir um die 10 bis 15 Jahre zurück, aber die Barbecue-Familie rückt immer weiter zusammen», erklärt der Grillmeister. Das habe er auch in Kansas gemerkt.

Es sei ein sehr gelungener Anlass gewesen, an dem er und sein Team sofort wieder teilnehmen würden: «Auch wenn es beim American Royal BBQ, so sagen die amerikanischen Teams, 50 Prozent der Koch und 50 Prozent Glück ist. Jetzt warte ich nur noch auf den Brief mit der Auswertung.»

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