Den Abend eröffnete das Spiel traditionsgemäss mit der Nationalhymne. Majestätisch und patriotisch wirkte die riesige Schweizer Flagge über dem Ensemble. Die früher als UOV-Spiel bekannte Formation gibt es seit über 70 Jahren und wird neu vom Gefreiten Hans-Peter Ulrich dirigiert. Die Aktivitäten beschränken sich auf zwei Saalkonzerte pro Jahr, erklärte Präsident und Oberstleutnant Hansjakob Wassmer. Die Besetzung ist auf sinfonische Blasmusik ausgerichtet. Nebst Klarinetten und Flöten ist der Holzsatz mit Oboen, Englischhorn und Fagotten ausgerüstet.

Programmmusik und Sinfonie

Das heuer präsentierte Repertoire war nicht für Freunde von leichter Muse und Show, sondern vielmehr für Geniesser der ernsten und schweren Musik gedacht. Es kamen überwiegend Werke von osteuropäischen und orientalischen Komponisten oder mit Bezug zum Osten zur Aufführung. Programmmusik war angesagt mit der Komposition «Sensei’s Ride on the Cherry Blossom Express» des Amerikaners Robert W. Smith.

Passend zur Saison zauberte dieses Stück einen Hauch von Frühling in den Saal. Unterstützt von Schlagwerken und Glockenspiel sah man Kirschbäume blühen und hörte Bächlein fliessen. Einen Ausflug ins alte Persien bot die sinfonische Dichtung «Persis» von James L. Hosay.

Es entzückten Oboen- und Flötensoli; zudem erzeugten polyfonische Passagen ganz besondere Effekte. Etwas lockerer wirkte der «Ungarische Tanz Nr. 5» von Johannes Brahms, widerspiegelt doch dieser die Musiktradition der Zigeuner. Zum Höhepunkt erklärte Konzertsprecher Josef Sieber das «Trompetenkonzert» des armenischen Komponisten Alexander Arutjunjan. Als brillanter Solist trat Trompeter Thomas Räber vor das Publikum.

Das Werk bietet eine enorme Fülle an Klangfarben und ein breites Spektrum an Figuren der Solo-Trompete. Obwohl im Jahre 1950 komponiert, ist dieses Werk durchzogen mit polyfonischen Elementen. Die virtuose Trompeten-Kadenz liess besonders aufhorchen und Räber erntete anhaltenden Applaus und Blumen.

Das Konzert repräsentierte ein hohes Niveau und wurde von Musikern und Dirigent bestens gemeistert. Nebst den Uniformen erinnerte einzig noch das Schlussstück «Zapfenstreich» an militärische Ordonnanz.