Baden/Brugg

Erfreuliches Jahr für die Raiffeisenbanken

Die regionale Verankerung – im Bild die Filiale in Nussbaumen – sei der grosse Trumpf der Raiffeisenbanken.Walter Schwager/Archiv

Die regionale Verankerung – im Bild die Filiale in Nussbaumen – sei der grosse Trumpf der Raiffeisenbanken.Walter Schwager/Archiv

Trotz Skandal an der Spitze haben die Kunden offenbar weiterhin Vertrauen in die Raiffeisenbank. Die regionale Verankerung sei der grosse Trumpf der Bank.

«In der Region Baden-Brugg haben sich die Raiffeisenbanken im vergangenen Jahr erfreulich entwickelt», erklärt Iwan Suter, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Lägern-Baregg an einer Pressekonferenz. Die Bilanzsumme der sechs Raiffeisen-Banken – Aare-Reuss, Lägern-Baregg, Rohrdorferberg-Fislisbach, Siggenthal-Würenlingen, Wasserschloss und Würenlos – ist gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent auf knapp 6,6 Milliarden Franken gestiegen.

«Der Ertrag», so Iwan Suter, «hat mit diesem Zuwachs zwar nicht Schritt halten können. Aber er ist mit rund 34 Millionen Franken trotz sinkender Zinsmargen positiv ausgefallen.»

Ein Grossteil des Ertrages wird dem Eigenkapital der jeweiligen Banken zufliessen und damit deren Basis stärken. Dass bei einzelnen der sechs Banken der Ertrag gegenüber dem Vorjahr etwas geringer ausgefallen ist, wird unter anderem auf bauliche Massnahmen und Investitionen im Informatikbereich zurückgeführt.

«Weiterhin stark unterwegs», so Hanspeter Lüthi, Leiter der Raiffeisenbank Siggenthal-Würenlingen, «sind die Raiffeisenbanken im Hypothekargeschäft». Bei diesem Geschäft – das zu den Kernkompetenzen der Raiffeisenbanken gehört und auf das mehr als 80 Prozent der Kreditvergaben entfallen – ist die Summe der Ausleihungen um drei Prozent auf gut 5,5 Milliarden Franken gestiegen. Dem steht auf der Passivseite ein Zuwachs bei den Kundengeldern um 218 Millionen Franken, oder 4,3 Prozent, auf rund 5,23 Milliarden Franken gegenüber. «Dieser Zuwachs zeigt, dass trotz des Skandals an der Spitze der Raiffeisengruppe das Vertrauen der Kundinnen und Kunden in die regionalen und lokalen Raiffeisenbanken nach wie vor intakt ist», stellt Hanspeter Lüthi fest.

Dank der regionalen Tätigkeit würden die Raiffeisenbanken den Markt profund kennen und könnten Risiken gut abschätzen. Entsprechend würden die Kreditportfolios eine gute Qualität aufweisen. Gemessen am Volumen der Kredite würden denn auch sehr wenige Wertberichtigungen erforderlich, so Hanspeter Lüthi.

Druck auf Mietwohnungen

«Im Bereich Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen sehen wir für das laufende Jahr noch ein moderates Wachstumspotenzial», erklärt Daniel With, Vorsitzender der Bankleitung der Raiffeisenbank Rohrdorferberg-Fislisbach. «Das trifft im Besonderen für das Marktgebiet Baden-Brugg zu.» Etwas anders sehe es dagegen bei den Renditeliegenschaften aus. Mietwohnungen würden aufgrund des zunehmenden Leerwohnungsbestandes weiter unter Druck kommen. «Vor allem ältere Liegenschaften mit aufgestautem Renovationsbedarf werden an Wert einbüssen», stellt Daniel With fest.

«Wichtig bleibt die Lage der Liegenschaften. Durch die Netto-Zuwanderung hat die Region Baden-Brugg da einen Vorteil.» Schwieriger dürfte es bei den Büro- und Gewerbeliegenschaften werden. In diesem Bereich sei Vorsicht geboten, sagt Daniel With. Als Vorteil der Raiffeisenbanken bezeichnet er die Kenntnis der lokalen Märkte und dass vor Ort über Kredite entschieden werde. «Ich glaube daher nicht, dass die regionalen Raiffeisenbanken auch in den nächsten Jahren grössere Risiken in ihren Büchern haben werden», sagt er. Gemäss Patrick Binkert, Leiter der Raiffeisenbank Würenlos, stünden Neubauten länger leer wegen dem grossen Angebot auf dem Immobilienmarkt, das auch auf den Anlagenotstand zurückzuführen sei. «Es muss mit Preiskorrekturen gerechnet werden», sagt er. «Der gute Abschluss der Raiffeisenbanken zeigt aber, dass die Situation in der Region stabil ist.»

Keine Erhöhung der Gebühren

Bei der Entwicklung an den Börsen und Finanzmärkten sind sich die Leiter der Raiffeisenbanken einig: Sie rechnen mit «relativ grossen Schwankungen» an den Börsen und einem Andauern der Tiefzinsphase. Immerhin: Trotz enger Zinsmargen sei eine Erhöhung der Bankgebühren «noch kein Thema».

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