Baden

«Er war schon länger krank»: Hier wird ein 130-jähriger Riesen-Thuja im Kurpark gefällt

Kurpark Baden: Mit einem deutlichen Knirschen fiel der Baum

Mit einem deutlichen Knirschen fiel der Baum.

Seit Freitagmorgen steht im Badener Kurpark ein Baum weniger: Wegen Pilzbefalls und der langanhaltenden Trockenheit musste ein 130 Jahre alter Riesenlebensbaum gefällt werden.

Am Freitagmorgen um Viertel vor Acht Uhr steht der Riesenlebensbaum noch da, im Kurpark neben dem Trafohäuschen. Fünf Minuten später liegt der Riese am Boden. Zentimetergenau dort, wo Gärtner Robert Gartner ihn haben wollte. Zufrieden nickt er. Dann zerlegt er den Baum mit der Motorsäge in seine Einzelteile. Mitarbeiter des Werkhofs beseitigen die herumliegenden Äste und schleppen den Stamm ab. Wenig später erinnern nur noch der abgesägte Wurzelstock und ein Loch im Panorama an den 22 Meter hohen Riesenlebensbaum.

«Er war schon länger krank», sagt Gartner und zeigt auf den Baumstumpf. «Hier an der Rinde sieht man den Pilz.» Die eine Seite ist trocken, die Rinde bröckelt ab, der Strunk ist an dieser Stelle dunkelbraun und gesprenkelt. «Der Pilz muss durch eine Verletzung am Stamm in den Baum eingedrungen sein», vermutet Gartner. Zudem habe der Baum viele Früchte getragen — ein weiteres Zeichen dafür, dass er stark geschädigt war. «Die Bäume sind wegen der Trockenheit während der letzten zwei Jahre anfälliger geworden», weiss Gartner.

Fäll-Aktion war unumgänglich

Mit dem Eindringen des Pilzes war das Schicksal des Baumes besiegelt: «Der Pilz hätte den Baum sehr schnell vollends zum Absterben gebracht», stellte ein Baumspezialist in einem Gutachten vom Februar fest. Dadurch wäre eine hohe Bruchgefahr entstanden, der Baum hätte plötzlich von alleine umfallen können. Für die vielen Parkbesucher stellte das ein hohes Sicherheitsrisiko dar. Eine Fällung war unumgänglich.

«Nichts hält ewig», so Gartners Devise. Der Werkhof sei trotzdem immer darum bemüht, den Baumbestand im Kurpark zu erhalten. Dass ein 130 Jahre alter Riese weichen musste, schmerzt folglich. Gartner beruhigt: «Die Bäume rund um das Trafohäuschen werden ersetzt.»

Die Arbeiten erfolgen zusammen mit dem Baustart für die Umnutzung des Trafohäuschens in ein Bistro und eine öffentliche Toilette. «Und irgendwann, wenn unsere Enkel hier durch spazieren, sind dann auch die neuen Bäume wieder so gross wie die alten.»

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