Baden

Enormer Zuspruch für die Flussbadi: Petition für «bebadbare» Limmat erfährt grosse Unterstützung

In Baden wird die Limmat – wie hier mit der Sommerbar Triebguet – zu selten in die Stadtgestaltung miteinbezogen, findet die SP.

In Baden wird die Limmat – wie hier mit der Sommerbar Triebguet – zu selten in die Stadtgestaltung miteinbezogen, findet die SP.

Die Petition für eine «bebadbare» Limmat in Baden hat schon über 1700 Unterstützer. Nun erhält sie auch Support von Links. Die Limmat solle nachhaltig in die Stadtgestaltung miteinbezogen werden.

Zwei Wochen ist es her, dass ein 22-köpfiges Komitee eine Online-Petition für eine «bebadbare» Limmat in Baden lanciert hat. Die Unterstützung für «FlussBaden» ist enorm. Bis gestern haben rund 1750 Personen die Petition unterzeichnet. Knapp 800 Unterstützer kommen aus Baden, gefolgt von Wettingen mit 208 und Ennetbaden mit 127. Auch ausserhalb des Kantons hat das Anliegen Aufmerksamkeit erregt. 56 Unterstützer kommen etwa aus der Stadt Zürich.

Mitinitiant und SP-Einwohnerrat Alex Berger ist vor allem vom Zuspruch in den ersten Tagen überrascht. «Innert Kürze hatten wir über 1000 Unterschriften beisammen.» Ziel sei es, 2000 bis 2500 zu erreichen. Die Petition ist noch 46 Tage online. Neben viel Zustimmung gab es auch kritische Stimmen betreffend Sicherheit und Naturschutz. «Aber aus genau diesen Gründen haben wir nur Vorschläge und Denkanstösse geliefert und keine konkreten Forderungen gestellt», sagt Berger.

Aktive Unterstützung von links

Unterstützung erhält die Petition nun auch von den linken Parteien Badens, von SP, Grünen und Team Baden. «Die Limmat soll aktiv und nachhaltig in die Stadtgestaltung miteinbezogen werden», schreibt die SP in einer Stellungnahme. «Der SP Baden ist es ein Anliegen, dass der Limmatraum als wertvoller Lebensraum für Mensch und Umwelt wieder in das Zentrum des Interesses rückt und somit auch das Baden im Fluss vermehrt möglich wird.» Selena Rhinisperger, Präsidentin der SP Baden und selbst Mitglied im Komitee, sagt: «Ich wünsche mir, dass der Stadtrat mehr Mut zeigt als bei ähnlichen Vorstössen in der Vergangenheit und über seinen Schatten springt.»

Auch die Grünen unterstützen die Petition aktiv. Bereits vergangene Vorstösse zielten auf Bademöglichkeiten entlang der Limmat ab. «Dennoch liegen noch keine Vorschläge für eine mögliche Umsetzung vor», sagt Grünen-Präsident Emanuel Ebner. Gerade in zentrumsnahen Gebieten gebe es nur begrenzte Zugangsmöglichkeiten zur Limmat in Baden. «Die Möglichkeit einer Sitzstufenanlage wurde bisher weder an der Promenade noch im Bäderquartier wahrgenommen – obwohl diese im Masterplan Limmatraum 2011 der Stadt Baden erwähnt wurden.» Auch wenn die Strömung stellenweise kritisch sei und die Wehre die Aufgabe nicht erleichtern: Die Grünen sehen Bademöglichkeiten in der Limmat nicht länger nur als Bedürfnis, sondern als eine Forderung. «Der Stadtrat ist jetzt gefragt und soll eine Lösung aufzeigen», so Ebner. Auch Iva Marelli, Einwohnerrätin und Präsidentin von Team Baden, hat gestern mündlich die offizielle Unterstützung ihrer Partei zugesagt. Nebst drei SP-Einwohnerräten sind auch zwei Einwohnerräte von Team Baden im 22-köpfigen Komitee von «FlussBaden».

In Aarau werden bereits Standorte geprüft

Weiter als in Baden ist man in Aarau. Der Stadtrat prüft bereits drei Standorte für eine Flussbadi. Angestossen wurde das Projekt einer Aarebadi 2017 mittels einer Bürgermotion. Der Stadtrat konnte sich für die Idee nicht erwärmen, wurde aber mittels Einwohnerratsbeschluss dazu verpflichtet, eine Machbarkeitsstudie zu erarbeiten. Angedacht sind ein Ein- und Ausstieg, sanitäre Anlagen, Schliessfächer und allenfalls Holzpritschen als Liegeflächen. Ein abgeschlossenes Bad ist nicht geplant. Ebenso wenig die Anstellung von Badi-Personal. Die Flussbadi in Aarau soll frei zugänglich sein und die Nutzung auf eigenes Risiko erfolgen. Kommt es zur Umsetzung, würde diese wohl drei bis fünf Jahre in Anspruch nehmen.

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