Baden

Endlich mehr Platz hinauf auf die Allmend – Busse der Linie 5 werden umgerüstet

Im hinteren Bereich wurden zwei Sitzplätze zugunsten eines breiteren Gangs entfernt. (Vorher-Nachher-Vergleich weiter unten im Artikel)

Im hinteren Bereich wurden zwei Sitzplätze zugunsten eines breiteren Gangs entfernt. (Vorher-Nachher-Vergleich weiter unten im Artikel)

Die RVBW reagieren auf «Kundenreaktionen» und rüsten die Busse der Linie 5 um – bald gibt es grössere Busse.

«Ärger über vollgestopfte Busse», so titelte das Badener Tagblatt Mitte letzten November. Im Artikel äusserten zwei Mütter, die mit ihren Familien auf der Badener Allmend wohnen, ihren Unmut darüber, dass die Busse der Linie 5 der Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen (RVBW) über Mittag oft bis auf den letzten Platz besetzt seien. Dies habe zur Folge, dass auch schon Schüler in der Innenstadt stehengelassen worden seien und diese anschliessend den Heimweg zu Fuss hätten bewältigen müssen. Die beiden Mütter gelangten schriftlich an den Stadtrat, in der Hoffnung, es würden Lösungen gefunden. Dabei präsentierten sie gleich zwei Ideen. Wieso nicht analog dem «Rütihof-Express» einen Extra-Schulbus einsetzen oder wenigstens grössere Busse einsetzen?

Nun, ein Extra-Bus wird vorläufig nicht eingesetzt und auch auf grössere Busse muss man vorerst noch warten. Doch der Artikel blieb offenbar nicht ohne Wirkung. Wie die RVBW gestern mitteilten, «wird mit gezielten Massnahmen auf die zu Stosszeiten vollen Busse der Linie 5 Baldegg–Baden reagiert».

Aufgrund verschiedener Kundenreaktionen hätten die RVBW und die Verwaltung der Stadt Baden die bestehende Situation analysiert und das Vorgehen besprochen. So hätten die RVBW manuelle Fahrgastzählungen vorgenommen, die bestätigten, dass einzelne Fahrten vor allem mittwochmittags und freitagnachmittags tatsächlich sehr hohe Fahrgastzahlen aufweisen. «Es wurde aber auch beobachtet, dass sich die Fahrgäste im Einstiegsbereich aufhalten und nicht in den hinteren Teil des Fahrzeugs aufschliessen. Gründe dafür waren der schmale Gang und die fehlende dritte Türe», heisst es in der Mitteilung der RVBW. Als Sofortmassnahme habe der Busbetrieb zwei Busse der Linie 5 «stehplatzoptimiert umgebaut».

Das Ziel sei es gewesen, mehr Platz im Businnern zu schaffen. Konkret: Im Einstiegsbereich wurden zwei Sitzplätze entfernt und der Billettautomat versetzt. Dies ergibt insgesamt mehr Stehfläche. Zudem wurden im hinteren Bereich zwei Sitzplätze zugunsten eines breiteren Gangs entfernt. «So können sich die Fahrgäste besser im Bus bewegen und verteilen.»

Vorher (l.), nachher: Im hinteren Bereich wurden zwei Sitzplätze zugunsten eines breiteren Gangs entfernt.

Ausserdem würden neu automatische Durchsagen die Fahrgäste auffordern, nach hinten aufzuschliessen, damit der Eingangsbereich nicht verstopft ist. Die beiden Fahrzeuge werden ab sofort auf Kursen eingesetzt, auf denen hohe Fahrgastbelegungen erwartet werden. «Die ersten Beobachtungen zeigen, dass der Umbau der Fahrzeuge Wirkung zeigt», schreiben die RVBW.

Vorher (l.), nachher: Im Einstiegsbereich wurden zwei Sitzplätze entfernt und der Billettautomat versetzt.

Viertelstundentakt am Samstag?

Die RVBW-Linie 5 verkehrt von Ennetbaden über den Bahnhof Baden in Richtung Baldegg und wieder zurück. Um den 15-Minuten-Fahrplan anbieten zu können, sind vier Fahrzeuge nötig. «Durch die Topografie der Strecke mit schmalen, kurvenreichen Abschnitten hatte sich der Verkehrsbetrieb bei der Beschaffung der Fahrzeuge vor über elf Jahren für kürzere Normalbusse entschieden», erklärt RVBW-Direktor Stefan Kalt. Die Busse sind 10,5 Meter lang und haben zwei Türen. Die Normalbusse hingegen haben drei Türen und sind 12 Meter lang. Doch für Kalt ist klar, dass aufgrund der stetig wachsenden Einwohnerzahl auf der Baldegg erst auf den Fahrplanwechsel 2020/2021 mit einer spürbaren Entlastung zu rechnen ist. «Es werden dann neue, grössere Bustypen mit drei Türen zum Einsatz kommen», so Kalt.

Wenn aber die Bevölkerung weiter derart stark wachse auf der Allmend, könne es durchaus auch sein, dass man in Zukunft über einen Extra-Schulbus diskutieren müsse. Und was passiert mit dem Viertelstunden-Takt, den sich Allmendbewohner am Samstagvormittag wünschen? «Wir haben der Stadt Baden einen detaillierten Bericht der aktuellen Situation zugestellt, der dem Stadtrat vorgelegt wird», sagt Stefan Kalt. Basierend auf diesem Bericht, werde die Stadt Baden auf dieser Strecke weitere Optionen unter der Berücksichtigung der steigenden Einwohner- und Schülerzahlen prüfen.

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