Baden

Eltern sollen trotz Corona in die Notfallstation der Kinderklinik kommen

«Es besteht keine Gefahr, sich im KSB mit dem Coronavirus anzustecken», sagt Guido Laube, Chef der Klinik für Kinder und Jugendliche.

«Es besteht keine Gefahr, sich im KSB mit dem Coronavirus anzustecken», sagt Guido Laube, Chef der Klinik für Kinder und Jugendliche.

Seit dem Ausbruch der Coronakrise hat sich das Patientenaufkommen im Kinder-Notfall des Kantonsspitals Baden (KSB), wo jährlich rund 15000 Kinder und Jugendliche behandelt werden, um rund die Hälfte reduziert. Über das verlängerte 1.-Mai-Wochenende beispielsweise kamen während 72 Stunden gerade mal gut sechzig Patienten in den Kinder-Notfall. Das ist rund dreimal weniger als an vergleichbaren Tagen. Diese Entwicklung bereitet den Kinderärzten Sorge: «Wir gehen davon aus, dass viele Eltern wegen dem Coronavirus Angst haben, ihre erkrankten oder verunfallten Kinder ins Spital zu bringen», sagt Professor Guido Laube. Er ist als Nachfolger von Markus Wopmann Leiter der Klinik für Kinder und Jugendliche am KSB. Die Angst sei unbegründet: «Es besteht keine Gefahr, sich im KSB mit dem Coronavirus anzustecken. Wir haben Massnahmen getroffen, um die Sicherheit zu gewährleisten.» Laube appelliert daher an die Eltern, den Kinder-Notfall des KSB aufzusuchen, wenn ihr Kind starke oder zunehmende Beschwerden hat. Er habe in den letzten Wochen verschiedene Beispiele erlebt, wie Eltern die Gesundheit ihrer Kinder aus Angst vor dem Coronavirus gefährdeten: «Krampfanfälle, Fieber, Erbrechen: Die Symptome, die ein dreimonatiges Baby aufwies, deuteten auf eine bakterielle Hirnhautentzündung hin. Der Verdacht bestätigte sich bei der Einlieferung ins Spital rasch. Gerade bei ganz jungen Kindern kann diese Krankheit ganz plötzlich auftreten und in weniger als 24 Stunden aus einem gesunden Kind ein todkrankes machen. Die Eltern kamen buchstäblich in letzter Sekunde zu uns in den Notfall.» Das Kind sei mittlerweile geheilt.

Ein weiteres Beispiel, von dem Laube erzählt: «Eine Mutter hat uns über die kinderärztliche Beratungshotline (Tel. 0900 131 131) angerufen und geschildert, dass ihr fünfjähriges Kind beim Velofahren gestürzt sei, sich dabei den Kopf angeschlagen habe und danach kurz bewusstlos war. Obwohl das Kind wohl eine Gehirnerschütterung hatte, wollten die Eltern, es nicht ins Spital bringen.» Ob beim Sport oder Spielen: Wenn Kinder herumtoben, kommt es immer wieder zu Unfällen, oft auch verbunden mit Knochenbrüchen. Gerade dann sei es wichtig, den Kindern unnötiges Leid zu ersparen und sie rasch in den Kinder-Notfall zu bringen. «Dort sind wir für solche Fälle rund um die Uhr bestens gewappnet», so Laube. (af.)

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