Das Packen war dieses Jahr kein Problem. Dachbox für Achthundertstutz. Fertig. Sämtliche Kindersachen passten da rein. Kleider. Nahrung. Spielzeug. Ich war begeistert. Pünktlich um zwei Uhr morgens fuhren wir los. Die beiden Löwen schlummerten in den Sitzchen und meine Frau und ich hatten bis zum Fressbalken schon den halben Proviant gefressen.

Man kann es nicht anders sagen. In einer Heisshungerattacke inhalierten wir Salami- und Schinkensandwiches und gurgelten mit Cola und Kaffee nach. Zerrupfte Frischhaltefolienstückchen schwebten bei einhundertfünfundzwanzig Sachen durchs Auto, dass es eine Freude war. Endlich Ferien!

Auf der Fähre dann das übliche Tohuwabohu. Aber nett. Einer half mir sogar, die Maschen vom Kinderparadies durchzuschneiden, damit ich den älteren der beiden Löwen aus dem Chugeli-Becken befreien konnte.

Beim Campingplatz-Empfang wurden wir wie alte Freunde begrüsst. Wir freuten uns auf die schöne Wohnung, die wir für zehn Tage gemietet hatten, auf eine Dusche, auf die Veranda, auf der wir bald ein Zvieri zu uns nehmen würden. Zumindest die Löwen. Meiner Frau und mir war immer noch übel von den vielen Sandwiches. Und es wurde uns noch übler, als Mario vom Empfang wieder und wieder das Reservationsmäppchen durchsuchte und den Kopf schüttelte.
Er habe keine Reservation.

Meine Frau natürlich gleich das Handy raus mit dem Mail, in dem wir die zehntägige Miete bestätigten, Mario unter die Nase. «Ja ja», sagte er, «aber wir vermieten die Wohnung nur für vierzehn Tage. Deshalb gab es nochmals ein Mail. Wir wollten sicher sein, ob ihr wirklich nur zehn Tage bleiben, aber vierzehn Tage zahlen wollt.» Meine Frau und ich schauten uns an. Für uns war es klar gewesen. Wir zahlen länger, als wir bleiben. Ja. Wir sind Schweizer. Wir sind es gewohnt, mehr zu zahlen, als es fair wäre. Wir tun es jeden Tag. Für Medikamente, Wohnungen, Cola oder Parmaschinken.

Aber! Es war unser Fehler. Und so konnten wir froh sein, dass Mario uns noch den einzigen verratzten Wohnwagen auf der Insel fand, der noch nicht vermietet war. Ohne Dusche. Ohne Klo. Ohne Wasser. Aber dafür mit Kakerlaken. «Keine Angst», sagte meine Frau mit dem Schuh in der Hand, «wir machen es uns hier noch gemütlich.» Sie verscheuchte das Getier und bat mich, das Wichtigste für die Kinder auszupacken.

Und das war der Moment, in dem ich merkte, dass ich den Dachbox-Schlüssel zu Hause vergessen hatte. Die Dachbox war schliesslich schnell aufgebohrt. Zwanzigeuro. Fertig. Und wir blieben ganze fünf Tage. Wir reisten erst ab, als beim grösseren der beiden Löwen der Scharlach ausbrach. Davor hatte ich ihn im Kinderparadies leider nicht beschützen können.