Was bei der ersten Vorlage im August gefehlt hatte, wurde vom Stadtrat in der Zwischenzeit ergänzt. Von Beginn der Diskussion weg war ersichtlich, dass sich der Einwohnerrat klar zum Wohnmuseum Langmatt und insbesondere dessen Zukunft stellen würde. Bei nur zwei Gegenstimmen genehmigte er den Verpflichtungskredit von 200 000 Franken, womit eine Strategie und damit verbunden die Machbarkeit zum Wohnmuseum Langmatt erarbeitet werden kann. Einstimmig hiess er auch jährlich wiederkehrende Investitionsfolgekosten (Verzinsung und Abschreibung) von 14 788 Franken zulasten der laufenden Rechnung gut. Dieser Betrag basiert auf voraussichtlichen Nettokosten von 130 000 Franken, weil die Stiftung 10 000 Franken beisteuert, damit auch das Gesuch beim Swisslos-Fonds für einen Beitrag von 60 000 Franken bewilligt werden kann.

Offene Fragen sind geklärt

Die Angaben zur Projektorganisation und zum Vorgehen sind vorhanden, die Fragen nach dem Mehrwert für die Stadt, einer verstärkten öffentlichen Wirkung und öffentlichen Nutzung ebenfalls, war die Meinung in den Fraktionen. Laut Mark Füllemann (FDP) könne sich darum auch die Finanzkommission einstimmig hinter die Vorlage stellen. Füllemann unterstrich, dass es richtig sei, wenn die Stadt beim Projekt den Lead übernehme, denn bei einem Misslingen würde die ganze Langmatt letztlich ja an die Stadt zurückfallen.

Auch die Strategiekommission vertraut laut Präsidentin Barbara Bircher (SP) der breit aufgestellten Begleitgruppe und dem Stiftungsrat, diesen Neuanfang für die Langmatt zu vollziehen, sodass daraus ein Mehrwert und ein Magnet für die Stadt werde. Auch die SVP stimmte dem Kredit zu. Ihr Sprecher Daniel Glanzmann gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass man sich genügend Gedanken über Kosten mache und dem Rat dann Vorschläge mit «Preisschildern und keine Salamitaktik» machen werde. Mit Verweis auf die jüngste Versammlung der Sportvereine legte er dem Stadtrat ans Herzen, trotz angespannter Lage nebst der Kultur die Bedürfnisse des Sports nicht zu vergessen.

SP, Team und Grüne stellten sich zwar voll und ganz hinter die Langmatt-Vorlage. Es gebe aber auch andere kulturelle Bedürfnisse, mahnte Hannah Locher (SP), die – wie die Alternativkultur – nicht vernachlässigt werden dürften. Dem Kleinod sei Sorge zu tragen, sagte Susann Slavicek (Team), erinnerte aber auch, dass es in der Stadt noch andere Kleinode gebe.

Als einziger Votant stellte sich Toni Ventre (CVP) gegen die Vorlage. Den Betrag hätte auch die Stiftung bezahlen können, sagte er, wo auch der Lead hingehören würde. Er blieb mit dieser Meinung allein. Stadtrat und Kulturvorsteher Erich Obrist freute sich über die breite Zustimmung und versprach, dass dieses Vorzeigeprojekt nicht auf Kosten anderer Kulturformen gehen würde.