Baden
Einwohnerrat Erich Obrist kandidiert wild für Stadtrat und tritt aus der SP aus

Die offiziellen Kandidaten Mario Delvecchio (FDP) und Jürg Caflisch erhalten Konkurrenz: Erich Obrist, hinter den Kulissen lange als SP-Favorit gehandelt, jedoch bei der parteiinternen Ausmarchung gescheitert, kandidiert als Parteiloser.

Roman Huber
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Es wird spannend! Erich Obrist hat einen Tag vor dem offiziellen Anmeldeschluss für die Stadtrats-Ersatzwahl vom 18. Oktober die Katze aus dem Sack gelassen: «Ich werde antreten und kämpfen wie ein Löwe!», hat er symbolisch vor dem Löwenbrunnen in Baden jener Gruppe mitgeteilt, die ihn ins Rennen schicken will.

Überraschend ist diese Ankündigung auch wieder nicht, wurde doch Obrist mit einem flammenden Leserbrief von alt CVP-Stadtrat Peter Conrad ermuntert zu kandidieren, was ihm weitere Unterstützung eingebracht hatte.

Am frühen Morgen hat der 55-jährige Obrist seine Partei, die es jetzt nicht mehr ist, sowie seinen Parteikollegen Jürg Caflisch orientiert. «Ich habe mich entschieden, für den Stadtrat zu kandidieren. Um eine interne Zerreissprobe zu vermeiden, trete ich mit sofortiger Wirkung aus der SP der Stadt Baden aus und folglich per Ende September auch aus dem Einwohnerrat zurück. Ich will den Schaden, den ich mit meiner Kandidatur anrichte, möglichst klein halten.»

Obrists Kandidatur als Parteiloser sei eine längere Diskussion in seinem Komitee vorausgegangen. «Wenn ich nun trotzdem kandidiere, so deshalb, weil ich willens bin, mich aktiv für die Stadt Baden einzusetzen und auch überzeugt bin, dass ich das kann», sagt Obrist.

In dieser Einschätzung sei er in den letzten Tagen von verschiedenen Seiten bestärkt worden. Für den langjährigen SP-Einwohnerrat ist wichtig, dass er in der SP keine Scherben hinterlässt. «Mir sind die beiden jungen, neuen Parteipräsidentinnen ganz wichtig. Sie sollen sich auf die Zukunft ausrichten dürfen und nicht den alten Güsel zusammensammeln müssen», so Obrist, der ihnen auch attestiert, ein faires Nominationsverfahren durchgeführt zu haben.

Erich Obrist, Ur-Dättwiler und nun nahe der Innenstadt wohnhaft, rechnet mit einem intensiven Wahlkampf, aber auch mit durchaus intakten Chancen, in den Stadtrat als Nachfolger von Daniela Berger gewählt zu werden.

Im Hinblick auf 2017 lässt er sich jedoch noch nicht in seine Karten blicken. «Ich kandidiere jetzt als Stadtrat», erklärt er, lässt jedoch durchblicken, dass er sich auch einem nächsten Schritt stellen würde.

Er hat eine überparteiliche Gruppierung hinter sich mit namhaften Personen quer durch alle Parteien. Beatrice Meyer, ehemals SP-Einwohnerrätin und Fraktionspräsidentin, wird den Wahlkampf für Obrist leiten.

«Es wird noch ein harter und beschwerlicher Weg», meint Obrist, doch er freue sich darauf und sei bereit diese Hürden zu nehmen. Kurz vor Mittag reichte er die Anmeldung zur Stadtrats-Ersatzwahl ein und ist damit offizieller, parteiloser Stadtratskandidat.

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