Baden

Einwohnerräte wollen die Dauer des Vaterschaftsurlaubs verdoppeln

Männliche Stadtangestellte sollen nach der Geburt 20 Tage Urlaub bekommen.

Männliche Stadtangestellte sollen bald 20 statt 10 Tage Urlaub erhalten, wenn sie Vater geworden sind. Das fordern vier Stadtparlamentarier in einer Motion.

Während der Nationalrat gestern zum Thema Vaterschaftsurlaub debattierte (siehe Inland) könnte das Thema bald auch in Baden heftig diskutiert werden.

Denn die vier Einwohnerräte Alex Berger (SP), Nadia Omar (Team), Simon Binder (CVP) und Tobias Vonesch (SVP) haben eine Motion eingereicht, mit der sie den Stadtrat beauftragen, Paragraf 47 Ziffer 3 des Personalreglements der Stadt Baden wie folgt zu ändern: «Väter und Partnerinnen oder Partner mit elterlicher Sorgepflicht haben Anspruch auf einen bezahlten Urlaub von 20 Arbeitstagen, innerhalb vom ersten Jahr ab Geburt.»

Dies käme einer Verdoppelung der Tage gleich, gewährt doch die Stadt Baden heute ihrem Personal einen bezahlten Vaterschaftsurlaub von zehn Tagen. Zur Einordnung: Dies ist deutlich mehr als das gesetzliche Minimum von einem bezahlten Freitag für frischgebackene Väter bei der Geburt eines Kindes.

Eine Umfrage des Onlineportals «Watson» hat vor rund einem Jahr ergeben, dass fünf Tage Vaterschaftsurlaub am meisten verbreitet sind.

Wie also begründen die Motionäre ihr Anliegen? «Klar, zehn Tage sind nicht schlecht. Es ist aber weniger, als andere Arbeitgebende gewähren. So sind es beim Versicherer Axa etwa 20 Tage oder bei der Raiffeisen Bank, der Migros und bei der Swisscom 15 Tage», führt Berger aus.

Auch würden andere Stadtverwaltungen ihren Mitarbeitern 20 Tage Vaterschaftsurlaub gewähren. «Zudem ermöglichen einige dieser Städte den Vätern das Recht auf einen unbezahlten Urlaub in den ersten Jahren nach der Geburt», so Berger.

«Väter wollen heute Verantwortung übernehmen. Für eine moderne und gleichberechtigte Gesellschaft ist es unerlässlich, Vätern die Chance zu geben, nach der Geburt die frischgebackene Mutter zu unterstützen.»

Dies solle allen Vätern aus der städtischen Verwaltung ermöglicht werden und nicht nur jenen, die sich einen unbezahlten Vaterschaftsurlaub leisten können. «Da der Vaterschaftsurlaub flexibel im ersten Jahr nach der Geburt bezogen werden kann, kann jede Familie für sich entscheiden, welche Form – also alles an einem Stück oder über eine gewisse Zeit Teilzeit – für sie am besten passt.»

Der Stadt Baden als Arbeitgeberin stünde es gut an, in der Frage des Vaterschaftsurlaubs eine Vorreiterinnenrolle zu übernehmen, sind die Motionäre überzeugt.

Doch was würde dieser zusätzliche Urlaub kosten? Berger: Gemäss Detailkostenberechnung der Stadt Baden aus dem Jahr 2015 lagen die indirekten Kosten für zehn Tage Vaterschaftsurlaub bei 17'500 Franken. «Wir sind uns bewusst, dass mehr Vaterschaftsurlaub Geld kostet. Doch es ist gut investiertes Geld, weil die Mitarbeiter motivierter sind.»

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