Montagvormittag: Bernhard Guhl ist zu Hause in Niederrohrdorf erreichbar. «In weiser Voraussicht habe ich mir diesen Tag freigenommen. Ich muss so viele Mails beantworten, und dann will ich heute auch noch meine Wahlplakate entfernen.» Hat Guhl also mit seiner Wahl gerechnet? «Die Aargauer BDP hatte sich zum Ziel gesetzt, einen Nationalratssitz zu holen», sagt Guhl. Dass nun gerade er gewählt worden sei, verdanke er sicher auch seinem Bekanntheitsgrad als Präsident der BDP Aargau und dem 1. Listenplatz.

Schwerpunkt Energiepolitik

Doch Guhl möchte weniger über sich als vielmehr über den Erfolg der BDP sprechen. «Wir sind zum ersten Mal bei Nationalratswahlen angetreten und haben auf Anhieb 5,2 Prozent der Wählerstimmen erhalten – das ist noch keiner Partei gelungen.» Er hoffe, dass das gute Abschneiden der BDP «seiner» Bundesrätin Evelyne Widmer-Schlumpf im Dezember zur Wiederwahl verhelfe. «Unsere Bundesrätin macht einen sehr guten Job.» Natürlich gelte es, die Konkordanz zu beachten, «doch in der Privatwirtschaft käme es auch niemandem in den Sinn, einen erfolgreichen Chef abzusetzen».

Den Umstand, dass er nun als Nationalrat gewählt wurde, verdanke er indirekt Widmer-Schlumpf. «Nachdem ich im Kanton Thurgau der Jungen SVP angehörte, war ich von 1997 bis 2007 parteilos», sagt Guhl. Der Rauswurf von Widmer-Schlumpf aus der SVP habe ihn schliesslich zu einer Rückkehr in die Politik bewogen.

Er könne die erste Session im Dezember kaum abwarten. «Als Elektroingenieur werde ich mich vor allem im Bereich Energiepolitik, aber auch in der Sicherheits-, und Verkehrspolitik einbringen.» Ob er sein Grossratsmandat behalte oder abgäbe, stehe noch nicht fest. Aber: «Ich bin erst seit gut zwei Jahren im Grossrat, allzu viele Wechsel beim Personal sind nicht gut.»