Am diesjährigen Klosterfest werden zusätzlich zu den traditionellen Führungen durch die Zisterzienseranlage auch Spezialführungen gemacht. Besucher können am Pfingstmontag hinter die Kulissen der aktuellen Neuerungen und Bauarbeiten sehen. So erfahren sie, was Neues auf der Klosterhalbinsel entsteht.

Denn seit Anfang April werden Ausgrabungen gemacht und Strassen saniert. Damit soll die kulturträchtige Klosterhalbinsel stärker in ihren ursprünglichen Zustand gebracht werden. Um herauszufinden, wo die Wege hinter dem Abthaus einst verliefen, gruben die Klostergärtner Sondiergräben. Und sie wurden fündig: «Wir fanden zwar leider keinen Klosterschatz», sagt Beni Egloff, Leiter der Klostergärtnerei, und lacht. Stattdessen kamen Reste von Wegbelägen, Randbefestigungen, Teile von Säulen und Fundamente zum Vorschein. Diese Hinweise analysieren der archäologische Dienst und die Denkmalpflege. Man hofft, dadurch später die ursprüngliche Parkanlage wieder rekonstruieren zu können und so einen neuen Zugang zum Abthaus zu schaffen.

Klostergärtner Beni Egloff und Katrin Cavigelli.

Klostergärtner Beni Egloff und Katrin Cavigelli.

Bei der Werkleitungssanierung ist man bereits einen Schritt weiter. Handwerker erneuern diese zurzeit. «Um die ursprüngliche Strasse auch äusserlich so gut wie möglich zu zeigen, wird die Strasse nicht einfach wieder zugeteert, sondern es werden auch Kopfsteinpflaster eingesetzt», sagt Thomas Renold, Leiter Dienste an der Kantonsschule Wettingen. Vor der Löwenscheune soll eine Begegnungszone mit Dorfplatzcharakter entstehen. Auch die im Bau stehende Dreifachturnhalle beim Eingang der Klosterhalbinsel wird den Gegebenheiten angepasst. «Sie wird unterirdisch gebaut, damit sie das Bild der denkwürdigen Klosterhalbinsel nicht stört», so Renold.

Einblick ins alte Handwerk

Weiterhin können die Besucher am Pfingstmontag aber auch in die Geschichte eintauchen. Mitglieder von verschiedenen Mittelaltervereinen, die zeitgetreu gekleidet sind, geben Einblick ins alte Handwerk. Der Birmenstorfer André Schnellmann zeigt beispielsweise, wie im Mittelalter Rosenkränze hergestellt wurden. An einem Parcours durch den Garten können die Besucher zudem spielerisch Natur und alte Kulturpflanzen kennen lernen, Rätsel lösen oder einen Setzling für zu Hause pflanzen. Unter den Themenführungen gibt es auch eine Führung speziell für Kinder.

Fürs leibliche Wohl sorgt der Quartierverein in einer Festbeiz. Damit es in diesem Jahr nicht mehr zu langen Wartezeiten kommt, wurde der Ablauf neu organisiert. «Zudem gibt es neu auch ein Angebot für Vegetarier», sagt Beppi Wetzel vom Quartierverein. Die Organisatoren sind bereit: «Wir freuen uns auf ein fröhliches Fest und wollen den Besuchern einen Einblick in die wunderschöne Klosterhalbinsel geben», sagt Melanie Bär, die das Fest vor sieben Jahren zusammen mit Beni Egloff initiiert hat. (az)

Klosterfest: Pfingstmontag, 5. Juni, ab 11 Uhr auf der Klosterhalbinsel, bei jeder Witterung. Eintritt frei, Führungen: zehn Franken pro Person.