Freienwil

«Ein Traum wird wahr» – Der «Weisse Wind» lebt wieder

Zahlreich hatte sich das Publikum am Freitagabend im neu- und umgebauten «Weissen Wind» zu dessen Wiederöffnung eingefunden. Während drei Tagen feiert die Freienwiler Bevölkerung nun ihre neue Dorfbeiz inklusive Festsaal und Dachwohnungen.

Zufall oder nicht: Genau auf den Tag vor sechs Jahren wurde in der Presse bekannt, dass das ehemalige Gasthaus Weisser Wind in Freienwil abgerissen werden und neuen Wohnungen weichen soll. Was danach geschah, ist so bekannt wie schnell zusammengefasst. Es formierte sich die Genossenschaft Weisser Wind, die sich nicht nur für den Erhalt des traditionsreichen Hauses einsetzte, sondern gleich noch ein Neuprojekt aufgleiste.

Genau sechs Jahre später durfte Urs Rey, Präsident der Genossenschaft, die zahlreichen Gäste im sanierten Festsaal zur Neueröffnung des «Weissen Wind» begrüssen. «Ein Traum wird wahr. Ich danke allen, die sich für diesen eingesetzt haben.»

Danach richtete Ständerätin Pascale Bruderer ein paar Worte ans Publikum und strich heraus, weshalb sie keine Sekunde gezögert habe, hier eine Grussbotschaft zu sprechen. «Erstens: Es handelt sich um ein generationenübergreifendes Projekt.

Zweitens: Es entspricht einem Gegentrend, wieder zu seinen Wurzeln zurückzukehren und Qualität vor Ort – kulinarisch wie auch kulturell – zu geniessen. Und drittens: Es ist einfach nur imponierend, mit wie viel Durchhaltewillen hier etwas von der Idee zum Plan und schliesslich zum fertigen Projekt wurde. Ich ziehe meinen Hut und wünsche dem ‹Weissen Wind› einfach nur das Beste.»

Oben Kultur, unten Kulinarik

Während sich oben im Saal die kulturellen Darbietungen abwechselten (Lesen Sie hier), kamen die Gäste unten im Restaurant bereits in den Genuss zahlreicher Köstlichkeiten. Fast zehn Jahre ist es her, als die Beiz zum letzten Mal offen hatte (während zweier Jahre hauchte die Genossenschaft der Beiz wieder Leben ein). Die Restauration des Gebäudes kostet rund 2,4 Millionen Franken.

Beim Umbau wurde im Erdgeschoss die Wirtschaft modernisiert, sie behält aber ihr Ambiente aus den 1950er-Jahren. Im Dachgeschoss entstanden zwei Wohnungen, im Untergeschoss ein Musikproberaum.

Das Prunkstück, der Theatersaal im Obergeschoss, bleibt im Originalzustand aus dem Jahr 1910 bestehen und wird multifunktional genutzt: Die Kindertagesstätte «Pop e Poppa» soll bereits ab dem 1. April den Betrieb aufnehmen und wird den Saal von Montag bis Freitag als Spielraum nutzen. Am Wochenende steht er als Kultursaal zur Verfügung.

Freuen dürften sich die Freienwiler aber vor allem darüber, dass sie wieder eine Dorfbeiz haben. Wirt Stefan Frankenstein wird zusammen mit seiner Mitarbeiterin Tina Haagen die Festwirtschaft betreiben. Ab nächster Woche steht die Beiz den Gästen von Mittwoch bis Sonntag, jeweils über Mittag und abends ab 17.30 Uhr, offen.

Nach dem offiziellen Eröffnungsakt folgte schliesslich das Highlight des Abends: Erstmals seit elf Jahren wurde das Musical «De Wyssi Wind» mit einigen ausgewählten Stücken wieder aufgeführt. Die Festivitäten dauerten drei Tage an und endeten erst am späten Sonntagabend.

Aargauer Gastro-Karte:

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