Es gibt wohl keinen besseren Ort, seine Weine zu präsentieren, als dort, wo die Trauben heranwachsen. 19 dekorierte Beizen standen zwischen den Birmenstorfer Reben bereit für die über 3000 Besucher, die jeweils an das zweitägige Rääbhüslifäscht kommen. Es ist kein Standard-Dorffest, sondern ein wirklich schön aufgebauter Anlass, der sich als gemütliche Wanderung inmitten der Natur gestaltet samt eindrücklicher Aussicht vom Rebberg auf das Dorf, das Birrfeld und gar auf die Alpen. «Das ist doch der Pilatus», staunte eine Dame etwa zuoberst auf dem Berg mit ihren Kolleginnen.

Viele Familien spazierten mit ihren Kinderwagen, genossen die Aussicht, assen und tranken vom lokalen Wein. Claude Venturini von der Weinbaugenossenschaft Birmenstorf schätzt, dass unter den Rebbäuerinnen und Rebbauern sowie ihren Helfern rund 100 Personen am Wochenende im Einsatz standen. Zu essen gab es etwa Spätzli mit Jura-Bergkäse und Apfelmus, Rauchwürstli mit Glarneralpkäse, Walliser Raclette, Muotathaler-Plättli oder gar Paella oder madagassisches Hena Ritra. Und zu trinken natürlich fast die ganze Palette der Birmenstorfer Weine wie Riesling Sylvaner, Sauvignon Blanc und Pinot Noir, darunter der Vollmondwein oder «Soleil 17».

Drei Wochen früher reif

Speziell am nun zehnten Rääbhüslifäscht sei gemäss Claude Venturini, dass das Publikum zum ersten Mal die heranreifenden Trauben schon jetzt Anfang August in ihrer Farbhülle zu sehen bekam. Der warme Frühling und der trockene Sommer hätten bewirkt, dass die Trauben nun einen rund dreiwöchigen Vegetationsvorsprung haben, sagt er. «Im Moment dürfen wir von einer sehr frühen Ernte ausgehen.»

Üblicherweise sprach man in Birmenstorf und in anderen Rebbaugebieten von jeweils besonders guten Weinen in ungeraden Jahrgängen. 2018 dürfte sich nun aber ebenfalls als speziell guter Jahrgang erweisen. «Durch die Trockenheit haben die Trauben kaum Wasser aufgenommen, die Ausbeute wird somit geringer ausfallen als in normalen Erntejahren», sagt Claude Venturini. «Dafür wird der Zuckergehalt sicher höher liegen als üblich.» Doch noch ist nicht Herbst: Falls kein Hagel falle und keine lange nasse Periode auf die Reben zukomme, könne man von einem starken Jahrgang ausgehen.