Spreitenbach

Ein Rausch der Formen und Farben am Kürbisfest

Das Hofareal von Familie Lienberger lockte am Wochenende rund 4000 Besucher ans Kürbisfest in Spreitenbach.

Der Herbst ist bunt. Hokkaido, Butternut, Jack be Little – sie haben wunderliche Namen und die Natur hat ihnen eine Vielfalt an Formen und Farben geschenkt – rund 130 Sorten Speise- und Zierkürbisse gab es am Festwochenende zu bestaunen. Und darüber hinaus. Denn die Kürbis-Ausstellung in Spreitenbach beginnt jeweils am Kürbisfest und kann bis etwa Ende November besucht werden.

Was 2001 mit zwei Festbänken und einer Suppenschüssel begann, hat sich heute, bei der 19. Auflage, zu einem Grossanlass gemausert. 64 Helfer waren im Einsatz, um den Besucheransturm zu bewältigen. 1200 Liter Kürbissuppe standen bereit – die eine mit Bouillon und Rahm zubereitet, «normal», wie Suppenkoch Röbi Keller sagt, die andere mit Gemüsebrühe und Kokosmilch als Vegi-Variante gekocht.

«Es sind sechs verschiedene Kürbissorten drin», verrät Röbi Keller beim Umrühren mit dem Kochlöffel im XXL-Format. Auch um den Pürierstab zu halten, brauchte es alle Kraft. Keller: «Wir haben mit den Vorbereitungen schon am Freitag begonnen.» Es galt, Kürbisse zu zerkleinern, Kerne zu entfernen, Wasser zum Kochen zu bringen, Gewürze bereitzustellen.

«Früher habe ich die Suppe noch selbst gekocht, doch dann ist es mir zu viel geworden», erzählt Kürbisbauer Reto Lienberger, der Keller vom Männerkochklub Spreitenbach kennt. Lienberger hat auch so schon alle Hände voll zu tun. Und sagt: «Vor vier Jahren sind die Besucherzahlen explodiert.» Und auch dieses Jahr konnten die Gäste wieder die ganze Farben- und Formenpracht der ausgestellten Kürbissorten bewundern und sich davon ein Stück mit nach Hause nehmen.

Sie waren stimmungsvoll drapiert, ob als Wegweiser zum Hofgelände oder als bunte Fracht eines alten Kutschbocks. So oder so – am Wochenende stand ganz Spreitenbach im Zeichen des Kürbisses, der im Familienbetrieb der Lienbergers mit mehr als drei Hektaren Anbaufläche und einer Ernte von bis zu 150 Tonnen inzwischen zum Hauptstandbein geworden ist. «Kabocha oder Grüner Hokkaido steht bei unseren Kunden ganz oben auf der Hitliste, er wird am meisten verlangt», berichtet Barbara Lienberger. Sie ist die Chefin im Hofladen, über den die Kürbisse ausschliesslich verkauft werden.

Und während die Mamis und die Papis am Wochenende Kürbissuppe löffelten, bestand für die Kinder Gelegenheit, beim Kürbisschnitzen die orangenen Schalenfrüchte in schaurig-schöne Gruselfratzen zu verwandeln – schliesslich ist Halloween nicht mehr weit.

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