Die Zeiten ändern sich, und mit ihnen wechseln die Geschmäcker: Dies wird an der alljährlichen Antiquitäten- und Sammlermesse im Wettinger Tägerhard besonders deutlich. 97 Aussteller haben von Freitag bis Sonntag Produkte präsentiert, von denen heute viele so nicht mehr hergestellt werden: Taschenuhren, Spielzeuge, Puppen, Silberbesteck, Marien-Statuen, Geschirr, Postkarten, Kristallgläser. Hans Bachmann aus Menziken pries an seinem Stand eine Porzellan-Ente für 250 Franken an. «Ein hochwertiges, 30 Jahre altes Produkt einer begabten Künstlerin.» Leider sei es in den vergangenen Jahren deutlich schwieriger geworden, gutes Geld mit Antiquitäten zu verdienen, sagt er. Mit dem Business aufzuhören, käme ihm aber nie in den Sinn – zu gross ist die Leidenschaft.

Die Tugend der Sammler: Geduld

«Nun, man muss sich einfach gut auskennen, dann kann man durchaus von Antiquitäten leben», so Ekkehard Schilling aus Zofingen. Er verkauft mehrheitlich Schmuck, sein teuerstes Produkt, das er in Wettingen ausstellt: eine Taschenuhr aus Gold, geschätzte 5000 Franken wert. «Früher nahmen sich die Menschen mehr Zeit, um ganz genau hinzuschauen. Eine Rarität findet man nicht, wenn man nur kurz den Blick über einen Stand schweifen lässt. Geduld ist eine der wichtigsten Eigenschaften, die ein erfolgreicher Sammler mitbringen muss.»

Eine Menschentraube bildete sich vor dem Stand von Anton Gessler aus Gebenstorf: Sein Brienzer Bär, handgeschnitzt aus Holz, zog die Blicke vieler Sammler auf sich. «1200 Franken sind mehr als gerechtfertigt, schauen Sie sich die Feinheiten des Fells an. Der Bär sieht aus, als wäre er gerade eben aus dem Wasser gestiegen.»

Organisiert hat die 31. Wettinger Antiquitäten-Messe Jakob Brand. «Wir sind zufrieden mit der Gästezahl. Erfreulich, wie viele Menschen sich nach wie vor begeistern lassen für Antiquitäten.» (PKR)