Auenstein/Birmenstorf/Baden

Ein Hinkelstein geht in Arbeit

Ramin Dänzer mit dem Rohling.  Walter Schwager

Ramin Dänzer mit dem Rohling. Walter Schwager

Vom Steinbruch in Dänzers Atelier und dann ans Stadtfest 2012: Vor knapp 30 Jahren hatte Pro Natura den Steinbruch Fahr von der Lenzburger Firma Häfeli erworben. Das Geotop macht die Urkräfte sichtbar, die über tausende Jahre die Region formten.

Man weiss: Es ist ein spezielles Dorf, diese widerspenstige gallische Siedlung um Asterix und Obelix. So speziell ist die Geschichte dieses Hinkelsteins aus dem Steinbruch Fahr.

Am Badener Stadtfest 2012 werden die Quartiervereine Limmat rechts und Chrüzliberg gemeinsam das gallische Dorf zur Auferstehung bringen. Was liegt näher, als die Beiz mit einem Hinkelstein zu dekorieren? Nur: Woher nehmen? Johannes Jenny, Geschäftsführer der Pro Natura und Vorstandsmitglied des QV Limmat rechts, wusste Rat.

Ein Stück Geologie aus dem Geotop

Vor knapp 30 Jahren hatte Pro Natura, damals noch Bund für Naturschutz, den Steinbruch Fahr von der Lenzburger Firma Häfeli erworben. Das einzigartige Geotop macht wie kaum ein anderer Ort sichtbar, wie sich das Jurameer einst zum Faltenjura schichtete und an dessen Rande die Schichten unter die Molasse des Mittellandes tauchen. Bei Frost und Tauwetter ist ein Teil der Felswand in die Tiefe gestürzt. Das Grollen beim Felssturz habe die Anwohner zwar erstaunt, sagt Jenny. Doch niemand, auch nicht die Bewohner über dem Steinbruch, fühlte sich beunruhigt. Geologen vermuten aber, dass die Klüfte bis unter die über den Felsen gelegenen Häuser reichen würden.

Das Geotop muss aus sicherheits- und versicherungstechnischen Gründen saniert werden. «Laut geologischem Gutachten muss der Kalkfelsen mit Betonrippen abgestützt werden», sagt Jenny. Pro Natura wird als Eigentümerin einen Teil der Kosten tragen, 40 Prozent übernimmt das Amt für Gebäudeversicherung. Ob Gemeinde und Kanton, die einst oberhalb des Felsens das Bauland einzonten beziehungsweise bewilligten, sich an den Kosten beteiligen würden, ist laut Jenny noch ungewiss.

Dem Felsbrocken, der gestern abtransportiert wurde, dürfte das egal sein. Die Firma Umbricht brachte den Dreitönner ins Atelier von Ramin Dänzer. Der Birmenstorfer Künstler wird daraus bis 17. August 2012 einen währschaften Hinkelstein hauen. Kaufofferten nimmt Pro Natura schon jetzt entgegen. Mit dem Erlös wird ein neues Geotop geschaffen.

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