«Die Rechnung ist von den Investitionen geprägt», stellt Stefan Nipp, Vizepräsident der Gemeinde Spreitenbach, fest. Netto rund 18 Millionen Franken hat die Gemeinde im vergangenen Jahr in ihre Infrastruktur investiert. Davon entfallen rund 16,5 Millionen Franken auf die Schulanlage Hasel. Sie wird für insgesamt rund 29 Millionen Franken saniert und ausgebaut. Um die Investitionen bezahlen zu können, musste die Gemeinde neue Schulden machen. Diese sind innert Jahresfrist von 13 auf 23 Millionen Franken gestiegen.

Für Nipp ist das keine unerwartete Entwicklung: «Wir haben im Finanzplan gezeigt, dass diese Ausgaben auf uns zukommen werden.» Die Gemeinde ist in der Lage, diese zu finanzieren. Einerseits verfügt sie über erhöhte Steuereinnahmen und andererseits kann sie das Geld bei den Banken sehr günstig aufnehmen. Für die letzten Kredite bezahlt sie maximal 0,73 Prozent Zins. Nipp warnt jedoch vor einer zu starken Verschuldung: «Trotz des tiefen Zinses müssen wir sparsam bleiben, denn einmal müssen die Kredite zurückbezahlt werden.» Das wird im Finanzplan transparent dargestellt: Auf den langfristigen Schulden hat die Gemeinde im vergangenen Jahr 534 000 Franken Zinsen bezahlt.

Punktlandung bei den Steuern

Wie sieht Nipp die künftige Entwicklung bei den Steuereinnahmen? Die Einkommens- und Vermögenssteuern blieben mit 16,767 Millionen Franken rund 30 000 Franken hinter den Erwartungen zurück. «Hier kann man von einer Punktlandung sprechen», sagt Nipp. Sie überstiegen aber die Steuereinnahmen des Jahres 2014 um rund 0,3 Millionen Franken. Im Vergleich zum Vorjahr brachten die Quellensteuern rund 150 000 Franken mehr, es sind rund 1 Million Franken eingegangen. Der Steuerfuss in Spreitenbach beträgt 101 Prozent.

Für die Gemeinde werde es aber immer schwieriger, die künftigen Einkommens- und Vermögenssteuern abzuschätzen, denn Spreitenbach zählt sehr viele Neuzuzüger. «Erfahrungsgemäss dauert es eine gewisse Zeit, bis uns verlässliche Daten vorliegen», sagt Nipp. Die Neuzuzüger spiegeln sich noch in einem weiteren Einnahmenposten der Gemeinderechnung, bei den Grundstückgewinnsteuern. Statt der erwarteten 200 000 Franken wurden der Gemeinde 770 000 Franken abgeliefert. Das ist ein deutliches Indiz für den prosperierenden Immobilienmarkt. Zahlreiche Bauprofile und Baukräne lassen erahnen, dass die Gemeinde weiter wächst. Das bringt ihr nicht nur neue Einnahmen, sondern bedingt auch weitere Investitionen in die Infrastruktur.

Unternehmen sind gute Zahler

Mit 7,95 Millionen Franken lagen die Aktiensteuern rund 1,95 Millionen Franken über dem Budget. «Die Aktiensteuern sind für uns nach wie vor eine wichtige Einnahmequelle.» Nipp erwartet zwar Schwankungen, geht trotz wirtschaftlichen Turbulenzen aber nicht von einem Einbruch in den nächsten Jahren aus: «Industrie und Gewerbe in Spreitenbach sind breit abgestützt.» Das Schwergewicht liegt im Handel und den Dienstleistungen. Bei den Aktiensteuern belegt Spreitenbach einen Spitzenplatz im Aargau. Die grossen, noch freien Flächen für Industriebauten lassen erwarten, dass die Aktiensteuern weiter steigen werden.

Budgettreu abgerechnet

Die Ausgaben in der laufenden Rechnung 2015 liegen weitgehend im Bereich des Budgets. «Die von der Gemeinde beeinflussbaren Ausgaben liegen weitgehend im Bereich des Budgets», sagt Nipp. Im Bereich Gesundheit liegen die Nettoaufwände über den Erwartungen. Hier handelt es sich aber weitgehend um gebundene Ausgaben, also solche, die vom Kanton in Rechnung gestellt werden. Im Bereich Soziale Sicherheit wurde das Budget leicht unterschritten. Teilweise sind auch Rückerstattungen des Kantons noch nicht eingegangen, was die Rechnung ebenfalls beeinflusst.

Der Gesamtumsatz der Gemeinde lag 2015 bei 47,3 Millionen Franken. Dabei resultierte ein Gewinn von 2,1 Millionen Franken. Dieser wurde ins Eigenkapital überwiesen. In diesen Beträgen sind die Nebenbetriebe Abwasserbeseitigung und Abfallwirtschaft enthalten.