Bergdietikon

Ein Grümpelturnier für die Leute aus dem Dorf und viel Plausch

Kicken, was das Zeug hält: Der 15-jährige Kenneth Baumann beim Angriff auf die gegnerische Mannschaft beim Bergdietiker Grümpelturnier.

Kicken, was das Zeug hält: Der 15-jährige Kenneth Baumann beim Angriff auf die gegnerische Mannschaft beim Bergdietiker Grümpelturnier.

Am dreizehnten Grümpelturnier der Dorfgemeinschaft haben 16 Mannschaften und 44 Sponsoren mitgemacht. Im Vordergrund stand die Freude am Fussball und die wunderbare Volksstimmung

Der siebenjährige Ruwen der Gruppe «Kickers» schiesst den Ball knapp am Tor vorbei. «Jawohl, fast!», ruft Trainer und Vater Urs Wiederkehr am Rande des Fussballfeldes. Nun kann der Goalie der gegnerischen Mannschaft «Vielfrass» den Ball zum Angriff abstossen. Ein Pass kann abgefangen werden. «Super abgewehrt! Noch mal angreifen!», ermuntert der 46-jährige Treuhänder Wiederkehr seine «Kickers».

«Ruwen hat vor den Sommerferien vom Grümpelturnier erfahren und wollte mitmachen», erzählt Vater Wiederkehr. «Meine Frau und ich haben deshalb für ihn eine Mannschaft organisiert.» In Dietikon sei das «Grümpi» zu seiner Jugendzeit das Highlight des Sommers gewesen, erinnert sich Wiederkehr. Die Grümpelturniere sind im Limmattal mittlerweile vom Aussterben bedroht, nicht aber in Bergdietikon. Den Grund für den Erfolg des Bergdietiker «Grümpis» sieht Wiederkehr in den dörflichen Verhältnissen.

Nicht jeder darf mitmachen

«Eine Bedingung fürs Mitmachen ist, dass man vom Dorf ist oder einen Bezug zum Dorf hat», bestätigt Organisator Paul Meier, Präsident der Dorfgemeinschaft Bergdietikon, Wiederkehrs Vermutung. «Alle Teilnehmer erhalten einen Preis und die Hauptpreise sollen nicht der Hauptanreiz zum Mitmachen sein», fährt Meier fort. Denn er habe beobachtet, dass die Hauptpreise bei den anderen «Grümpis» immer grösser wurden. Dies ziehe Gruppen von auswärts an, die sehr verbissen spielten. «Der Plausch ging so verloren», folgert Meier.

Die Strategie der Dorfgemeinschaft ging auf. «Das Grümpelturnier ist ein schönes Dorffest, bei dem sich Bergdietiker statt beim Einkaufen mal auf dem Fussballfeld begegnen», meinte Kommunikationsberaterin Rosanna Tivolino. Das «Grümpi» sei im Dorf verankert wie eine Dorf-DNA, scherzt Tivolino. «Das Turnier fördert den Zusammenhalt im Dorf», meint auch Zuschauerin und Grossmutter Gavina Straumann.

Fussball verbindet. Für Kochlehrling Pascal Haller ist das «Grümpi» eine gute Gelegenheit, etwas mit seinen Kolleginnen und Kollegen zu unternehmen. Damit ist er nicht allein. «Im Team ist auch mein jüngerer Bruder dabei. Ich bin ein bisschen sein Vorbild», erzählte zum Beispiel der 15-jährige Kenneth Baumann stolz. Und die 10-jährige Cyrielle Lorenzet spielt einfach gerne Fussball, wie sie sagt .

Übung macht die Meister

«In den Schulpausen spielen die Kinder oft Fussball», verrät denn auch die Trainerin des FC Lattenknaller, Jacqueline Lorenzet, das Erfolgsgeheimnis ihres Teams, das den ersten Platz in der Kategorie Kinder Unter-/Mittelstufe belegte. In der Kategorie Kinder Oberstufe gewann am vergangenen Samstag «No Limit West». Sieger der Kategorie Familien waren «Die wilden Kerle». In der Gruppe Jugendliche/Erwachsene gewann das Team «Scharfe Egge». Alle Gewinner konnten neben einem Preis einen Wanderpokal nach Hause nehmen.

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