Ende, aus, vorbei. Nach fünf Jahren heisst es für den Betriebsverein Royal Abschied nehmen. Während zweier Tage herrschte aus diesem Grund Ausnahmezustand im ehemaligen Kino. 

Das Kulturlokal ist zum Bersten voll, die Luft stickig, die Atmosphäre ausgelassen. Aus den Boxen dröhnen Gitarrenklänge, auf den Gesichtern der Musiker von «Baby Jail» glitzern Schweissperlen. Dem Publikum scheint die drückende Hitze im Royal jedoch nichts auszumachen: Es wird getanzt und mitgesungen, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Markus Tellenbach, Mitglied des Betriebs- und Trägervereins Royal, freut sich über die Stimmung: «Es ist ein wunderbares Gefühl, mit so vielen bekannten Gesichtern eine Party zu feiern – die Wehmut kommt später.»

Für das Finale haben sich die Veranstalter so einiges einfallen lassen. In knapp 25 Minuten zeigen sieben Filmemacher aus der Region eine Hommage an das ehemalige Kino, während auf der Bühne vor dem Royal eine Dame ihre Fähigkeiten mit dem Hula-Hoop präsentiert. Zudem gibt es ein abwechslungsreiches musikalisches Rahmenprogramm. Ein Blick ins Publikum verrät, was dieser Ort ausmacht. Jung und Alt, vom Punk bis zum Polohemd-Träger – alle finden sich hier ein, um das «Grande Finale» zu erleben. Genau dieser Abwechslungsreichtum ist es, der an diesem Wochenende ein letztes Mal zelebriert wird: «Für mich ist es ein Fest voller Nostalgie», sagt Sonja Käufeler, die selbst für einige Zeit im Royal aktiv war. «Schade, ist es vorbei, doch es ist schön, am Ende noch einmal dabei zu sein.»

Ein würdiger Abschluss

«Wir werden wehmütig sein, wenn das Ganze hier fertig ist», sagt Lisa Herzog, die in den vergangenen Jahren oft im Royal anzutreffen war. So wird an diesem Wochenende noch einmal richtig gefeiert: Einer der Höhepunkte ist «Capsula» – das Trio aus Argentinien verwandelt das Royal am Samstag kurz vor Mitternacht in einen Hexenkessel. Die Musik oszilliert zwischen Garage- und Psychedelic-Rock, Sänger und Gitarrist Martin Guevara schwingt sein Mikrofon umher und gönnt sich ein Bad in der feiernden Menge. Ganz nach dem Motto, «feiere, als gäbe es kein Morgen», ist auch weit nach Mitternacht noch nicht an ein Aufhören zu denken. Noch immer tummeln sich unzählige Leute auf der Tanzfläche und geniessen die letzten Stunden, bevor das Royal seine Tore schliesst. Ganz zu Ende ist die Geschichte jedoch nicht. Nach der Sommerpause geht es bis im Sommer 2017 unter neuer Führung weiter – Ausgang ungewiss.