An der bürgerlichen Mehrheit im fünfköpfigen Gemeinderat hat die Gemeinderatswahl von letztem Sonntag nichts geändert. Denn auf den zurückgetretenen Marcel Egloff von der bürgerlichen Vereinigung Turgi (BVT) folgte Adrian Schoop, ebenfalls BVT. Einzig Eva Eliassen von den Grünen hätte wieder für etwas mehr Ausgewogenheit im Gemeinderat sorgen können, doch am Ende fehlten ihr 42 Stimmen auf Schoop. Somit setzt sich der Gemeinderat weiter aus vier BVT- und einer SP-Vertreterin zusammen.

Dies veranlasste gut 30 Turgemer noch am Sonntag, sich zur IG Turgi zu formieren. «Mit der IG wollen wir ein Gegengewicht zum bürgerlich dominierten Gemeinderat bilden», sagt Thomas Wegmüller vom IG-Kernteam. «Wir wollen zeigen, dass es in der Gemeinde verschiedene Interessen gibt.» Insbesondere wolle die IG dafür sorgen, dass nicht immer nur über die Finanzen gesprochen werde, sondern auch andere wichtige Themen in den Fokus rückten. «Wir haben das Gefühl, dass der Gemeinderat zu wenig Kontakt zur Bevölkerung hat», sagt Barbara Baldinger, auch sie vom IG-Kernteam.

2002 Wakker-Preis. Und danach?

Baldinger ist überzeugt, dass die IG vor allem auch Neuzuzügern eine gute Plattform biete, sich im Gemeindeleben einzubringen. «Turgi hat es wegen seiner drei Dorfteile Wil, Dorf und Geelig nicht einfach, seine Identität aufrechtzuerhalten», sagt Baldinger. Die Interessen im Dorf seien ganz unterschiedlich, das habe sich zuletzt bei der Abstimmung über die Aufwertung der Bahnhofstrasse vor gut einem Jahr gezeigt.

«Vor 10 Jahren hat Turgi den Wakker-Preis erhalten, seither fehlen uns einfach die Ideen, wie man Turgi weiterbringen könnte», so Baldinger. Zwar habe sich die Gemeinde ein Leitbild gegeben, doch habe man das Gefühl, der Gemeinderat würde das Leitbild nicht leben. «Wir wollen einen Beitrag zur Gestaltung des Dorflebens und zu einem umweltbewussten Kurs der Gemeinde leisten.»

Heiniger: «Nicht nur Opposition»

Gemeindeammann Peter Heiniger hat grundsätzlich nichts gegen die IG einzuwenden: «Auch ich hätte mir gewünscht, dass der Gemeinderat wieder etwas ausgewogener besetzt wird.» Gleichzeitig sagt Heiniger aber: «Ich finde es nicht gut, wenn an Gemeindeversammlungen einfach Opposition gemacht wird, man sollte das Gespräch vorher suchen.»

Genau das beabsichtigt die IG. Man wolle sich aktiv einbringen und nicht die Arbeit des Gemeinderates torpedieren. Wegmüller: «Turgi ist eine sehr attraktive Gemeinde; die IG will dafür sorgen, dass Turgemer auch in Zukunft stolz sein können auf ihre Gemeinde.»