Im Jahr 1819 kam es zur Trennung der beiden Gemeinden Ennetbaden und Baden. Mit anderen Worten, die Unabhängigkeit Ennetbadens von Baden jährt sich kommendes Jahr zum 200. Mal. Grund genug für die Gemeinde, das runde Jubiläum mit verschiedenen Anlässen und Aktionen das ganze Jahr hindurch zu begehen.

Den Auftakt macht im Mai eine Sonderausstellung im Historischen Museum Baden. Weiter wird am 6. Juni 2019 die Sommergmeind im Freien als Landsgemeinde durchgeführt. Und Ende Jahr ist vom 20. bis 22. Dezember 2019 – genau an diesem Tag vor 200 Jahren beschloss der Grosse Rat die Abtrennung – ein grosses Lichterspektakel mit Weihnachtsmarkt geplant.

Doch den Höhepunkt der Feierlichkeiten wird das Dorffest Anfang September 2019 bilden. Dieses wird zwar nicht wie 1969 (150-Jahr-Feierlichkeiten) zehn Tage dauern, sondern nur deren vier. Doch dafür trumpft das Fest, das vom 5. bis 8. September dauern wird, mit einem umso vielfältigerem kulturellen und kulinarischen Angebot auf.

Viele Junge im OK

«Ich freue mich riesig auf das Fest», blickt OK-Präsident und Gemeinderat Michel Bischof (FDP) voraus. Insbesondere sei er hoch erfreut, dass so viele Vereine und Institutionen am Fest mitwirken werden. «Dass zudem im OK so viele Junge mitwirken, zeigt mir, dass die Gemeinde lebt und insbesondere auch die jüngere Generation das Dorfleben aktiv mitgestalten will», so Bischof.

Vor wenigen Tagen enthüllte das OK erstmals das farbige, von der Ennetbadener Agentur BurgerGasser entworfene, Logo. «Die vielen Farben im Logo sollen die Vielfalt in unserer Gemeinde symbolisieren», so Bischof.

Theater-Trilogie als Supplement

Das Fest wird sich auf drei Festgebieten konzentrieren. Das Epizentrum wird der Postplatz bilden. Ein weiteres Festgebiet ist auf dem Parkhausdach und im Tunnelzwischenraum (eine Art Tiefgarage entlang dem Strassentunnel) angesiedelt. Das dritte Festgebiet liegt schliesslich entlang der Limmat auf der Badstrasse und auf dem Hirschenplatz.

Raoul Abraham, im OK zuständig für das kulinarische Angebot, kommt bereits jetzt ins Schwärmen. «Das kulinarische Angebot wird sehr vielfältig und gross sein; ich selber werde leider nicht in der Lage sein, in den vier Tagen alles auszuprobieren.»

Doch auch kulturell wird das Fest einiges zu bieten haben. So sind drei Bühnen vorgesehen, wobei die grösste Bühne auf dem Postplatz stehen wird. Zudem wird es im Tunnelzwischenraum bis in die frühen Morgenstunden Partys geben. «Das erlaubt uns auch, dafür zu sorgen, dass die Anwohner zu ihrer Nachtruhe kommen», so OK-Mitglied Dominik Andreatta.

Für jeden Geschmack und für jedes Alter

Zudem sollen auf dem ganze Festgelände Gaukler, Zauberer und andere Künstler auftreten können. «Unser Ziel ist es, für jeden Geschmack und für jede Altersgruppe etwas anbieten zu können», so Philipp Fischer, im OK zuständig für die Unterhaltung.

Apropos Auftritt: Parallel zu den Feierlichkeiten kommt eine Theater-Trilogie unter der Leitung der Theatermacher Ruth und Robert Egloff zur Aufführung. De erste Akt wird im Mai im Rahmen der Sonderausstellung im Landvogteischloss aufgeführt. Der zweite Akt bildet dann quasi das grosse Festspiel während des viertägigen Dorffests im September. Und der dritte Akt wird dann im Dezember während des Lichterspektakels aufgeführt.

Beizen zahlen Umsatzabgabe

Nach 2006 (Tunnelfest), 2011 (Schul- und Dorffest), 2015 (Eröffnung Postplatz) und 2017 (Eröffnung Badstrasse) steht 2019 also das nächste grosse Fest in Ennetbaden an. Das Budget für die Jubiläumsfeierlichkeiten beträgt 300 000 Franken; diesen Kredit hat die Gemeindeversammlung vor einem Jahr gutgeheissen. «Unter dem Strich wird uns das Fest aber weniger kosten, da wir noch Gelder aus dem Fonds für kulturelle Projekte entnehmen konnten, die Festbetriebe noch Pauschal- und Umsatzabgaben zahlen werden und wir nicht zuletzt mit den «Walk of Fame»-Pflastersteinen an der Badstrasse einen schönen Erlös erzielen konnten.»

Ob es am Ende ein grosser Erfolg werde, hänge primär vom Wetter ab. «Dieses Jahr wäre es perfekt gewesen; hoffen wir nächstes Jahr auf einen noch schöneren Herbst», blickt Bischof voraus.

So oder so sei das Fest für Ennetbaden eine super Gelegenheit, sich zu präsentieren und insbesondere den Menschen die schöne Lage unten am Limmatknie wieder in Erinnerung zu rufen. «Denn trotz unseren Bemühungen mit dem neuen Postplatz, der Pflästerung der Badstrasse und der Eröffnung der Brasserie Schwanen hat es hier unten noch nicht so viel Leben, wie wir uns das wünschen. «Wir warten alle darauf, dass im 2020 endlich das Botta-Bad eröffnet.»

Vielleicht das letzte Fest dieser Art

Apropos Zukunft: Glaubt Bischof, dass es das letzte grosse Jubiläumsfest für Ennetbaden sein könnte, da Ennetbaden in 25 Jahren gar keine selbstständige Gemeinde mehr ist? «Ich bin kein Hellseher», sagt Bischof. Aber: «In 25 Jahren wird hier in der Region vieles ganz anders aussehen. Gut möglich, dass Ennetbaden dann Teil einer Regionalstadt ist.»

Umso mehr gilt es also, das bevorstehende Fest in vollen Zügen zu geniessen – es könnte das letzte dieser Art in Ennetbaden sein.