Baden
Ein ganz besonderes Lego-Geschenk: Ansaldo Energia bezieht seinen neuen Sitz

Anfang Mai bezieht der Turbinenhersteller Ansaldo Energia seinen neuen Sitz an der Badener Haselstrasse. Das denkmalgeschützte Haus gehört den Lego-Erben, der dänischen Milliardärsfamilie Kristiansen.

Andreas Fahrländer
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Schlüsselübergabe Ansaldo Energia Schweiz
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Schlüsselübergabe Ansaldo Energia Jürg Schmidli, VR-Präsident und Geschäftsführer von Ansaldo Energia Switzerland (rechts), erhält von Bruno Koller, Kirkbi Real Estate, die Gasturbine aus Lego.
Schlüsselübergabe Ansaldo Energia Unter den Gästen waren Unternehmer Werner Eglin (links) und Markus Schneider, Stadtammann von Baden (CVP). Schneider sagte: «Ich bin stolz und sehr froh, dass Ansaldo in Baden geblieben ist.»
Schlüsselübergabe Ansaldo Energia Dass die dänische Familie Kristiansen in Baden investiert, ist auch der kantonalen und der städtischen Standortförderung zu verdanken. Im Bild: Urs Rothlin (Aargau Services, links) und Thomas Lütolf (Stadt Baden).
Schlüsselübergabe Ansaldo Energia Gut gelaunt: Jürg Altorfer (Kirkbi AG), Jürg Schmidli und Gabriele Pachollek (Ansaldo Energia), und Bruno Koller (Kirkbi Real Estate), von links.
Schlüsselübergabe Ansaldo Energia Für den Badener Jürg Altorfer war es als Verwaltungsrat von Kirkbi eine besondere Freude, die Gäste aus Nah und Fern begrüssen zu dürfen.
Schlüsselübergabe Ansaldo Energia Für Ansaldo Schweiz war der Umbau des Hauses ein Glücksfall: Der Turbinenhersteller hätte sonst wohl mit seinen rund 400 Mitarbeitern aus Baden wegziehen müssen.
Schlüsselübergabe Ansaldo Energia Das ehemalige Zentrallabor der Brown, Boveri & Cie. wurde 1956 an der Ecke Haselstrasse/Bruggerstrasse gebaut.
Schlüsselübergabe Ansaldo Energia Das charakteristische Treppenhaus aus den 1950er-Jahren wurde ebenso detailgetreu saniert wie die Fassade.
Ansaldo Energia Eröffnung Von den Büros aus hat man einen prächtigen Weitblick über die Dächer der Stadt Baden, auf den Schartenfels und die Alpen.

Schlüsselübergabe Ansaldo Energia Schweiz

Alex Spichale

Nach nur einem guten Jahr Umbauzeit gab es diese Woche an der Haselstrasse 18 in Baden etwas zu feiern: Im denkmalgeschützten ehemaligen Zentrallabor der Brown, Boveri & Cie. fand die Schlüsselübergabe an Ansaldo Energia Switzerland statt. Die Tochtergesellschaft des italienischen Energiekonzerns aus Genua bezieht hier ab Anfang Mai ihren neuen Sitz auf fünf Etagen. Das frisch renovierte Gebäude gehört Kirkbi Real Estate, und damit den Erben des dänischen Lego-Konzerns.

Die Familie Kristiansen hat es wie auch das ehemalige BBC-Gebäude am Kreuzweg 11, jenseits des Trafoplatzes, vor kurzem gekauft. Der Badener Jürg Altorfer ist Verwaltungsrat bei Kirkbi AG. Er freute sich als Einheimischer ganz besonders, am Donnerstag die Gäste aus Nah und Fern zu begrüssen: «Wenn ich mich umsehe, stelle ich fest: Wir stehen in einem schönen, modernen Gebäude mit einem alten Gerippe. Das Haus ist ein Baudenkmal der Stadt Baden.»

Die Familie Kristiansen habe ganz bewusst auf die beiden Industriedenkmäler in Baden gesetzt: «Kirkbi ist nicht an einem kurzfristigen Erfolg interessiert», sagte Altorfer. «Die Familie denkt in Generationen und wählt ihre Investitionen auch so aus. Deshalb gehe ich davon aus, dass Kirkbi noch lange in Baden engagiert sein wird.»

Vom Engagement der Dänen profitiert insbesondere Ansaldo. Der Gasturbinenhersteller hatte seinen Schweizer Sitz bisher in den ehemaligen ABB-Pavillons an der Römerstrasse, in denen in naher Zukunft aber Wohnungen entstehen. Hätte es das frisch sanierte Kirkbi-Gebäude an der Haselstrasse nicht gegeben, wäre Ansaldo mit seinen rund 400 Mitarbeitern wohl aus Baden weggezogen. Nicht zuletzt dank der Standortförderung der Stadt und des Kantons kam die Partnerschaft zustande.

Sprachloser Chef

Von den Büros und der Dachterrasse im fünften Stock des Hauses hat man eine herrliche Aussicht über die Dächer von Baden, auf den Schartenfels und die Alpen. «Davon werden vor allem meine Mitarbeiter profitieren», sagte der sichtlich erfreute Jürg Schmidli, VR-Präsident und Geschäftsführer von Ansaldo Schweiz, und lachte. «Ich habe mein Büro im Erdgeschoss.»

Kurz sprachlos war Schmidli, als er ein Geschenk von den Hausherren bekam: eine Gasturbine, komplett aus Lego in Dänemark gebaut, bis ins Detail nach Originalplänen von Ansaldo. Als Gegengeschenk gab es Aargauer Wein: «Damit ihr nicht vergesst, dass wir auch Wein machen können, nicht nur Gasturbinen», wie Schmidli sagte.

Bruno Koller, der das Schweizer Immobiliengeschäft von Kirkbi führt, sagte mit einem Augenzwinkern: «Sie sehen, was wir gerne machen: alte Hütten auf Vordermann bringen.» In gut einem Jahr sei das Gebäude fast komplett entkernt und 250 Tonnen altes Material entfernt worden. Gleichzeitig wurden das verglaste Treppenhaus und die Fassade von 1956 detailgetreu saniert, das Haus erhielt statt Lamellenstoren wieder schöne Stoffmarkisen und damit sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurück.

Für Ansaldo Schweiz gibt es indes noch weitere gute Neuigkeiten: Vor kurzem wurde die erste neue Gasturbine verkauft. Sie wird in einem Betrieb in Venedig zum Einsatz kommen.