Die geplante Handy-Antenne in Freienwil stösst auf grossen Widerstand: 46 Einwendungen sind gegen das Baugesuch eingegangen, das die Swisscom auf Initiative der Gemeinde einreichte. Darunter auch eine Kollektiveinwendung mit 114 Unterschriften. Somit stellen sich insgesamt 159 Personen gegen das Projekt – das ist fast jeder sechste Einwohner des 1050-Seelen-Dorfes. Und dies, obwohl der Mobilfunkempfang in der Gemeinde häufig sehr schlecht ist und vor allem die Swisscom-Kunden oft nur über das Festnetz telefonieren können.

Gemeindeschreiber Felix Vögele rechnete zwar mit Einsprachen. Dass aber über 100 Personen eine Kollektiveinwendung eingereicht hatten, überraschte ihn. Die Bevölkerung störe sich vor allem an zwei Punkten, so Vögele. Einerseits würde die 25 Meter hohe Antenne das Landschaftsbild stören. «Die Antenne bei der Sportanlage Maas steht halbwegs im Kulturland. Das fällt natürlich auf.» Andererseits befürchten viele, dass die Strahlenbelastung gesundheitsschädigend sei.

Bauwerk sei zu dominant

«Wir sind nicht grundsätzlich gegen die Handy-Antenne», stellt Corinne Suter klar, die mit drei weiteren Freienwilern Unterschriften gegen das Baugesuch sammelte. «Denn das Bedürfnis nach einem guten Empfang im Dorf ist da.» Ihre Kritik richtet sich vor allem gegen den Standort, den die Swisscom und die Gemeinde gemeinsam evaluierten. «Eine Antenne beim Sportplatz eingangs des Dorfes würde man schon von weitem sehen. Es sind keine höheren Gebäude ringsum, die dieses dominante Bauwerk kaschieren könnten.» Ortsbild und Landschaftsschutz seien bei der Standortwahl völlig vernachlässigt worden. «Mit dem Dorfslogan ‹wohnen und erholen› ist dies kaum vereinbar», sagt Suter.

In ihrer gemeinsamen Einsprache kritisieren die Freienwiler auch die Strahlenbelastung durch die Handy-Antenne. «Das Gesundheitsrisiko darf man nicht unterschätzen», sagt Suter. «Sogar die Weltgesundheitsorganisation WHO spricht von einem möglichen Krebsrisiko.» Dass die Antenne direkt neben dem Sportplatz geplant ist, auf dem Kinder spielen, stört sie besonders. «Auf den Plänen habe ich nicht nur gesehen, dass dort die Strahlung am höchsten ist, sondern auch, dass die Anlage die Grenzwerte zu 98 Prozent ausschöpft.» Das Risiko, dass die Werte überschritten werden, sei deshalb gross. «Mir ist bewusst, dass die Swisscom die Antenne dort aufstellen möchte, wo sie am meisten profitieren kann.» Trotzdem hofft sie, dass der Telekom-Riese bei der Standortauswahl nochmals über die Bücher geht. «Ich bin sicher, es gäbe noch alternative Standorte für eine Antenne – mit geringeren Auswirkungen auf Einwohner, Ortsbild und Landschaft.»

Andere Standorte ungenügend

Der Ball liegt nun bei der Swisscom, die zurzeit Stellungnahmen zuhanden der Baubehörde ausarbeitet. «Wir hoffen, damit das notwendige Verständnis für unser Bauvorhaben zu schaffen», sagt Mediensprecherin Sabrina Hubacher. Dabei will das Telekom-Unternehmen insbesondere auch auf die Vorbehalte bezüglich des Standortes eingehen. Zum Inhalt der Stellungnahmen kann Hubacher nichts Näheres sagen. Sie hält aber fest, dass die anderen geprüften Standorte «Hof» an der Alten Lengnauerstrasse, «Mehrzweckhalle» und im Gebiet Mannemaas in Richtung Siggenberg nicht die gleiche Versorgung gewährleisten würden wie jener beim Sportplatz.

Dass die Antennen gesundheitsschädigend seien, bestreitet Hubacher: «Es gibt mittlerweile eine grosse Anzahl von Forschungsarbeiten, die bis heute keine negativen gesundheitliche Auswirkungen von elektromagnetischen Feldern unterhalb der aktuellen Grenzwerte aufgezeigt haben.» Die Swisscom halte sich konsequent an das geltende Recht und damit auch an die massgebenden Immissions- und Anlagegrenzwerte, welche der Bundesrat festgelegt hat. Hubacher: «Diese Grenzwerte sind deutlich strenger als in den meisten Ländern.»