Baden-Dättwil

Ein Dach über der Autobahn: Die Idee kommt gut an

Ein Autobahn-Dach vor dem Baregg-Tunnel: Diesen Vorschlag der Grünen hat die Stadtverwaltung in ihre Zukunftspläne einfliessen lassen.

A1 bei Dättwil könnte überdacht werden – aber wie wird die Fläche genutzt? Der Dorfverein hat klare Vorstellungen.

Wie sieht Baden im Jahr 2040 aus? Vorschläge liefert die Stadtverwaltung im Dokument mit dem etwas sperrigen Namen «Raumentwicklungskonzept». Es zeigt auf: Mehrere Badener Stadtteile könnten sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten tiefgreifend verändern. Eine der spannendsten Ideen betrifft Dättwil.

Die beiden Wirtschaftsstandorte Segelhof und Kantonsspital könnten mittels «Stadtreparatur» miteinander verbunden werden – darunter könne man sich beispielsweise eine Art Überdachung der Autobahn vorstellen, so Stadtammann Markus Schneider.

Die Stadt habe im Zusammenhang mit dem Ausbau der Autobahn auf sechs Spuren die Möglichkeit, hier Einfluss zu nehmen. Das Potenzial einer solchen Massnahme wäre laut Bericht zum Raumentwicklungskonzept sehr gross: «Die heute von der Verkehrsinfrastruktur beanspruchte Fläche entspricht ungefähr jener des Wirtschaftsstandorts Täfern und Esp.»

Wie kommt diese Idee im Badener Quartier Dättwil an? Dorfvereinspräsident Markus Meurer: «Grundsätzlich ist die Idee hervorragend, die Autobahn zu überdachen. Denn die Lärmbelastung durch den Verkehr würde sinken.»

Und der Lärm sei eines der Themen, welche die Bevölkerung von Dättwil stark beschäftige. «Ob wir eine Überdachung aber tatsächlich unterstützen würden, hängt von der Frage ab, wie die Fläche konkret genützt würde», sagt Meurer.

Gegen eine neue Grünfläche oder einen Park hätte der Dorfverein sicher nichts einzuwenden. «Wenig Sinn hätte meines Erachtens an dieser Stelle ein neues Industriegebiet beziehungsweise ein Wirtschaftsgebiet, das viele Emissionen verursacht.»

Erfreut darüber, dass die Überdeckung der Autobahn zum Thema wird, sind die Grünen . Es handelt sich um eine Forderung, welche die Partei schon vor einiger Zeit beim Stadtrat platziert hat.

Im Sommer 2017 reichte der damalige Fraktionspräsident Stefan Häusermann eine Anfrage beim Stadtrat ein. Die A1 sei die meistbefahrene Autobahn der Schweiz. Durch ein Dach, beispielsweise unmittelbar nach dem Baregg-Tunnel, könnte die Lärm- und Feinstaubbelastung für die Bevölkerung deutlich verringert werden, argumentierte er.

Seine Parteikollegin Beatrice Schilling sagte, als Vorbild diene die Überdeckung in Neuenhof auf der anderen Seite des Bareggs, die 2003 errichtet wurde.

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