Neuenhof

Ehebruch am World Economic Forum in Davos

Georg Fink (Michi Voser, l.) soll seinem Chef Dr. Hanspeter Kessler (Roman Rietmann) helfen, dessen Frau zu hintergehen.

Georg Fink (Michi Voser, l.) soll seinem Chef Dr. Hanspeter Kessler (Roman Rietmann) helfen, dessen Frau zu hintergehen.

Die neueste Produktion der Jugendbühne Neuenhof (JBN) heisst «Room-Service» und ist hochaktuell. Schauplatz ist nämlich das Hotel Bellevue in Davos, die Akteure sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen World Economic Forum.

Aber nicht die grossen Probleme der Welt werden in diesem Stück behandelt, sondern die Schwierigkeiten und Tücken des Ehebruchs sind Thema. In bester Schwank-Manier verstricken sich die Protagonistinnen und Protagonisten immer tiefer in ihre Lügenkonstrukte. Es wird betrogen und hintergangen, nur die Zuschauenden sind immer im Bilde, wer mit wem in welchem Zimmer ist – und was diese dort gedenken zu tun. Klar, bleiben die Lacher vonseiten des Publikums nicht aus.

Gelacht wird nicht zuletzt auch wegen des gekonnten Spiels von Urs Hellenbrandt. Er mimt den Hotelangestellten Giovanni, der die Zuschauerinnen und Zuschauer schon vor dem eigentlichen Spiel begrüsst und mit viel Witz und im gekonnten Migrantendeutsch eines Italieners, der schon 30 Jahre in der Schweiz lebt, an das Stück heranführt.

Ganz im Gegensatz zu seiner Rolle im Stück – er ist einer der wenigen, der kein Doppelleben führt – hat Hellenbrandt bei dieser Produktion eine doppelte Funktion: er spielt einerseits mit, er hat aber auch Regie geführt. Wie ist er zufrieden mit den Schauspielerinnen und Schauspielern? «Wir spielen schon sehr sicher, ich bin sehr zufrieden», sagt er im Anschluss an die Vorstellung vom Freitag.

Die Jugend ist Programm

Rund 150 Personen fanden an diesem Abend den Weg in das katholische Pfarreiheim Neuenhof. Es war ein gemischtes Publikum, für einen solchen Anlass waren aber auffallend viele junge Zuschauerinnen und Zuschauer anwesend. «Bei unseren Vorstellungen hat es immer viele Jugendliche im Zuschauerraum», bestätigt Hellenbrandt. Kein Wunder, denn bei der Jugendbühne Neuenhof ist der Name Programm: es wirken nur Personen mit, die zwischen 16 und 30 Jahre alt sind. «Die Freunde der Schauspielerinnen und Schauspieler wollen natürlich das Stück auch sehen. Und da die Theaterbeiz von der Jungwacht geführt wird, zieht das zusätzlich Junge an», erklärt Hellenbrandt. Ob jung, ob alt, den Zuschauenden hat das Stück auf jeden Fall gefallen: «Ich fand das Theater sehr gut», sagt auch die zwölfjährige Debora Gottstein aus Neuenhof, die zum ersten Mal ein Theater der JBN besucht hatte.

Weitere Vorstellungen: Freitag, 4., und Samstag, 5. Februar, jeweils 20 Uhr.

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