Wettingen

Drohungen gegen Behörden und Angehörige: Polizei verhaftet 58-jährigen Aargauer

Die Kantonspolizei Aargau beim Bahnhof Wettingen.

Die Kantonspolizei Aargau beim Bahnhof Wettingen.

Die Kantonspolizei hat am Samstagabend in Wettingen einen Arzt aus der Region Baden verhaftet. Kurz zuvor setzte er in den Sozialen Medien einen Hilferuf ab. Er wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen.

Am frühen Samstagabend erhielt die Aargauer Kantonspolizei die Meldung, dass ein 58-jähriger Schweizer aus dem Bezirk Baden Drohungen gegen Angehörige und Behörden verbreitet habe. Eine Sondereinheit der Kantonspolizei überwältigte den Mann, einen Arzt, am späten Abend an seinem Aufenthaltsort in Wettingen und nahm ihn fest, wie die Polizei mitteilt. Er wurde in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Die Staatsanwaltschaft Baden hat eine Strafuntersuchung eröffnet. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen der Drohungen sind angelaufen.

«Da der Verdacht bestand, dass der mutmasslich psychisch labile Mann bewaffnet sein könnte, traf die Polizei rund um das Gebäude besondere Sicherheitsvorkehrungen», schreibt die Kantonspolizei zu den Umständen der Verhaftung. Die Polizei sperrte vorübergehend die die nähere Umgebung ab, wo sich der Mann aufhielt.

Der 58-Jährige sah seine Verhaftung kommen. Auf Facebook und Twitter postete er einen Hilferuf: 

Die Verhaftung des Mannes sorgt in den Sozialen Medien für einigen Wirbel und Diskussionen. Er war dort bei Diskussionen rund um das Coronavirus sehr aktiv und kritisierte die Massnahmen des Bundesrats. So sprach er etwa von einem «simplen Corona-Erkältungsvirus». Er sorgte aber auch für Irritation. So sah er es als erwiesen an, dass 5G, die neuste Mobilfunk-Generation, zumindest mitverantwortlich sei für die Coronavirus-Todesfälle. 

Ebenfalls vor Ort war der Wettinger Gemeindeammann Roland Kuster: «Immer dann, wenn sich ein Bewohner nicht in der zu durchsuchenden Wohnung befindet – und das war vorliegend der Fall so –, muss eine Amtsperson der Durchsuchung beiwohnen.» Er selber habe den Mann zwar gekannt, aber bedroht oder attackiert sei er von ihm nie worden, so Kuster. «Er hat mich einmal kontaktiert, um mir seine Sichtweise in Sachen Coronavirus und Massnahmen dagegen zu schildern. Ich habe ihm aber klar gemacht, dass ich das jetzt gewählte Vorgehen der Börden als das Richtige erachte.»

«Wir mussten die Drohungen ernst nehmen und zwar insbesondere deshalb, weil der Verdacht bestand, dass eine Waffe im Spiel sei», sagt Polizei-Sprecher Bernhard Graser am Sonntag zu TeleM1. Es seien mehrere Personen von den Drohungen betroffen gewesen, unterstrich er. (pz/rpf)

Aargauer Arzt nach massiven Drohungen verhaftet

Aargauer nach massiven Drohungen verhaftet – so berichtet TeleM1

   

Polizeibilder vom April:

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