Obersiggenthal

Drei Quellen sind vom Netz genommen: Für Grossrat Max Chopard ist die Arbeit noch nicht getan

Max Chopard fordert weite Massnahmen, obwohl Obersiggenthal bereits drei Quellen vom Wasser genommen hat.

Max Chopard fordert weite Massnahmen, obwohl Obersiggenthal bereits drei Quellen vom Wasser genommen hat.

Obersiggenthal hat auf zu hohe Chlorothalonil-Werte im Wasser reagiert. SP-Grossrat Max Chopard fordert nun weitere Massnahmen.

Obersiggenthal hat drei Quellen vom Wassernetz genommen: Dies, weil mehrere Grenzwerte von Abbaustoffen des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil überschritten wurden. Betroffen sind die Quellen Hertenstein, Lindenweg rechts und Unterer Böndler. SP-Grossrat Max Chopard begrüsst die Massnahme des Gemeinderats.

Er forderte bereits letzten Herbst – als der damals einzige massgebliche Grenzwert zu hoch war – dass kein Wasser von pestizidbelasteten Quellen mehr ins Netz gespiesen werden dürfe. Nun sagt er: «Der Entscheid, die Quellen nun doch vom Netz zu nehmen, ist vernünftig.» Insbesondere, weil die Trinkwasserversorgung dank des Pumpwerks Aesch nach wie vor sichergestellt werden könne. «

Quellen wieder nachhaltig nutzbar machen»

Zwar steigen dadurch die Kosten, etwa wegen der Grundwasserkonzessionsgebühr, die an den Kanton entrichtet werden muss. «Doch beim Trinkwasser ist die Qualität unverhandelbar. Und einwandfreies Wasser muss uns auch etwas wert sein», so der SP-Politiker.

Mit dem Verbot von Chlorothalonil auf Bundesebene sowie der bisher ergriffenen Massnahmen der Gemeinde sei die Arbeit aber noch nicht getan: «Es braucht nun einen zweiten Schritt. Es müssen Lösungen gefunden werden, damit die pestizidbelasteten Quellen wieder nachhaltig nutzbar gemacht werden können.»

Als vergangenen Herbst der Grenzwert bei der Quelle Hertenstein und Lindenweg-Ebnihof überschritten wurde, reagierte die Gemeinde mit einer Massnahme, die schweizweit Beachtung fand: Dem belasteten wurde unbelastetes Wasser beigefügt – dadurch sank die Konzentration der Abbaustoffe auf einen unproblematischen Wert. Auch aktuell wird sechs bis sieben Mal pro Woche sauberes Wasser zum Ebnihof transportiert.

Das Trinkwasser war jederzeit einwandfrei

Doch schon in wenigen Wochen sollen provisorische Massnahmen zur Automatisierung der Versorgung in Kraft treten. Der Aufwand, täglich Wasser zu transportieren, sei zu gross geworden, sagt Erwin van Bouwelen, Leiter Tiefbau. «Wir werden unbelastetes Wasser ins Werk pumpen, die den Ebnihof versorgt. Und gleichzeitig dafür sorgen, dass kein belastetes Wasser mehr dorthin gelangt. So können die Liegenschaften mit unbelastetem Wasser versorgt werden.»

Vizeammann Linus Egger (CVP): «Dem Gemeinderat ist es wichtig, schnell und offen zu kommunizieren. Als die Resultate der neusten Messungen eintrafen, wurden die Quellen sofort vom Netz genommen.» Das Trinkwasser sei jederzeit einwandfrei gewesen und habe der gesetzlich vorgeschriebenen Qualität stets entsprochen.

Meistgesehen

Artboard 1