Es geht vorwärts im Badener Bäderquartier. Jetzt liegt das definitive Baugesuch für den Umbau des Verenahof-Gevierts in eine Klinik auf. Ursprünglich sollte der historische Hotelkomplex von Architekturprofessor Mario Botta umgebaut werden, der auch das neue Thermalbad nebenan entworfen hat. Nach heftiger Kritik der kantonalen Denkmalpflege gab Botta letztes Jahr den Auftrag ab und fokussierte sich auf das neue Bad.

Der Umbau der alten Badehotels Verenahof, Bären und Ochsen (die seit 16 Jahren leer stehen) ist für sich allein ein imposantes Projekt: 40,5 Millionen Franken soll er kosten. Das Basler Architekturbüro Villa Nova Architekten hat Ende 2017 das Zepter von Botta übernommen. Das Büro hat sich insbesondere im Raum Basel mit dem Umbau historischer Bauten hervorgetan – etwa mit der Renovation und der Erweiterung des Basler Grand Hotel Les Trois Rois, aber jüngst auch mit der Sanierung der Zurlinden-Villa an der Aarauer Bahnhofstrasse.

Die Klinik in Baden soll sowohl der Prävention als auch der Rehabilitation dienen. Mit dem Baugesuch werden nun neue Details bekannt: So soll es auf jeder Etage eine kleine Lobby für die Gäste geben und die Zimmer sollen einen Schlafkomfort bieten, der «allerhöchsten Ansprüchen» gerecht wird.

Ein neuer Lichthof

Die historischen Fassungen der Verenahofquelle, der Kesselquelle und der Widchenquelle sowie einzelne historische Badezellen im Untergeschoss sollen saniert werden. Die Paradiesquelle wird Bestandteil des geplanten «Wohlfühl-Therapiebades».

«Derzeit wird geprüft, ob und wie gewisse Bereiche des Untergeschosses für öffentliche Führungen zugänglich gemacht werden», sagt Marc Bertschinger, Kommunikationsleiter der Bauherrin, der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach + Baden. Zuletzt hiess es, statt ursprünglich 78 sollte es nur noch 64 Klinikzimmer geben.

Nun sind doch wieder 77 Zimmer und Suiten geplant. «Durch eine Optimierung der Planung, insbesondere im Ochsen, konnte Platz für weitere 13 Zimmer für Kurpatienten geschaffen werden», erklärt Bertschinger. Auf dem Dach sollen eine Dachterrasse sowie drei Bungalows mit Zimmern entstehen. Insgesamt wird es dann 59 Einzelzimmer, 12 Juniorsuiten und 6 Suiten geben.

Im Zentrum der drei historischen Hotels ist ein neuer Innenhof geplant, der Licht auf alle Etagen bringen wird. Hermann Hesses Stammzimmer wird voraussichtlich zu einem Patientenzimmer. Hesse war von 1923 bis 1952 jedes Jahr für mehrere Wochen in Baden zur Kur und schrieb hier seinen «Kurgast».

Der historische Elefantensaal im Verenahof soll genauso erhalten bleiben wie der Ochsensaal und der Bärensaal. Der Erhalt der historischen Säle war – neben der Kritik an der geplanten grossen Glaskuppel auf dem Dach – eine der Hauptforderungen der Denkmalpflege an Mario Bottas Projekt. 2020 sollen sowohl das Botta-Bad, das neue Ärztehaus als auch die Klinik im Verenahof-Geviert eröffnet werden. Wenn alles nach Plan läuft, wird der historische Hotelkomplex bis dann detailgetreu saniert sein und in neuem Glanz erstrahlen.

Komplett unter Denkmalschutz

Mit der aktuellen Eingabe bei der Stadt Baden soll das ganze Geviert parallel zur Baubewilligung integral unter Schutz gestellt werden. Bisher standen nur die Fassaden und grössere Teile des Innenausbaus der Badehotels unter Schutz, nicht aber das ganze Geviert.
Die Fassade des Verenahofs soll nun ebenfalls originalgetreu saniert werden, genauso wie die Schaufront des «Bären».

Sie ist eines der eindrücklichsten Beispiele der Neurenaissance in der Schweiz. Der Bären wurde nach einem Brand 1569 wiederaufgebaut und 1881 vom Zürcher Architekten Caspar Otto Wolff für die Hotelierfamilie Dorer mit der imposanten Fassade ergänzt.