Baden

Digital-Manager-Stelle: Droht mit der Anstellung von Eric Bade ein Interessenkonflikt?

Eric Bade wird ab Mitte Juni bis Ende 2020 interimistischer Digital Manager der Stadt Baden.

Eric Bade wird ab Mitte Juni bis Ende 2020 interimistischer Digital Manager der Stadt Baden.

Die Stadt Baden besetzt die Position des Digital Managers bis Ende Jahr mit einem Unternehmer, der bislang als externer IT-Berater in Aarau angestellt war. Der drohende Interessenkonflikt wirft einige Fragen auf. Eric Bade selbst gibt Entwarnung.

Bald hat die Stadt Baden einen neuen Digital Manager. Die Stelle, die der Stadtrat 2019 für eine schnellere Digitalisierung geschaffen hatte, wird früher wieder besetzt als erwartet. Amtsinhaber Daniel Stoeri hatte per Ende Juli überraschend gekündigt. In einer Medienmitteilung, die für Laien nicht ganz einfach zu verstehen ist, teilte die Stadt diese Woche mit, wer Stoeris Nachfolger wird.

Der neue Digital Manager Eric Bade wird die Stelle ab dem kommenden Montag mit einem Pensum von 80 Prozent und befristet bis Ende 2020 besetzen. Bade weist einen ansehnlichen Lebenslauf vor. Der gebürtige Deutsche ist promovierter Chemiker. Er hat einen Bachelor in Betriebswirtschaft und sich schon früh auf das IT-Business spezialisiert. Wie die Stadt weiter schreibt, hat Bade schon «seit Anfang September 2019 die Fusion der IT-Abteilungen von Aarau und Baden stabilisiert». In dieser Funktion habe er den bisherigen Digital Manager Daniel Stoeri eng begleitet.

Entstehen hier keine Interessenkonflikte?

Was dabei stutzig macht: Eric Bade ist zugleich Geschäftsführer eines Liechtensteiner Start-ups, das mit Kryptowährungen arbeitet. Daneben führt er zusammen mit einem Partner eine Zürcher IT-Beratung. Wie aber ist das mit der Stelle in der öffentlichen Verwaltung vereinbar? Gibt es da nicht Interessenskonflikte? Und wird der neue Digital Manager der Stadt auch weiterhin zwei private Unternehmen führen? Nicht zuletzt wirft die befristete Anstellung von Eric Bade Fragen auf.

Einwohnerrätin und Parteipräsidentin Iva Marelli (Team Baden) hat im April zusammen mit den Stadtparteipräsidenten der FDP und der SP eine Anfrage an den Stadtrat zur Neubesetzung des Digital Managers gestellt. Sie ist nur teilweise zufrieden: «Die beschwichtigende Antwort auf unsere Fragen zeigt, dass wir den Finger am richtigen Ort in die Wunde gelegt haben.» Es sei sicher sinnvoll, jetzt eine befristete Übergangslösung zu präsentieren, aber eigentlich brauche es dringend eine langfristige Lösung. «Wir werden die weitere Entwicklung im Auge behalten», sagt Marelli.

FDP-Einwohnerrat Stefan Jaecklin, der selbst «digitaler» Unternehmer ist, sagt auch, es sei erfreulich, dass die Stelle nun schon wieder besetzt werde: «Ich will keinerlei Kritik an der Person üben. Aber es braucht seitens Stadtrat das Bewusstsein, dass die Digitalisierung ein langjähriger, wichtiger Prozess ist.» Hier brauche es jemanden, der sich langfristig und mit Haut und Haar mit der Sache identifiziere.

Stadtammann Markus Schneider (CVP) betont, die Lösung sei gut und nachhaltig: «Eric Bade war bis dato selbstständig als IT-Dienstleister und ist hervorragend für die Stelle geeignet.» Er sei zuletzt im Rahmen eines 60-Prozent-Pensums im Mandat als Leiter der Informatikzusammenarbeit Aarau/Baden bei der Stadt Aarau engagiert gewesen. «Auch um Kosten zu reduzieren, hat sich die Stadt Baden nun für eine befristete Festanstellung entschieden – statt eines externen Mandats.» Vom breiten Netzwerk und dem grossen Erfahrungsschatz von Bade profitiere die Stadt.

«Kenne und mag das Umfeld in Baden sehr gut»

Interessenskonflikte wegen Bades privater Aufgaben als IT-Berater seien keine zu befürchten, sagt Schneider: «Die laufenden Verpflichtungen von Herrn Bade sind der Stadt bekannt.» Er werde sie in den nächsten Monaten abgeben. Bis Ende 2020 wolle der Stadtrat die Stelle des Digital Managers neu schärfen. Es sei denkbar, dass Eric Bade die Arbeit ab 2021 fortsetze, er sei dafür ein sehr guter Kandidat.

Eric Bade selbst sagt, er freue sich auf das Amt und werde in den nächsten Monaten seine privaten Mandate nach und nach abgeben. «Die Stellenbesetzung kam recht kurzfristig, ich kann nicht auf einen Schlag alles fallenlassen.» Aber das sei ihm wichtig und auch klar geregelt: «Ich werde keine neuen Beratungsmandate der Stadt Baden erhalten.» Interessenskonflikte werde es keine geben. Und er könne sich durchaus vorstellen, auch ab 2021 als Digital Manager der Stadt weiterzumachen: «Ich kenne und mag das Umfeld in Baden sehr gut.»

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