Baden/Fislisbach

Diese Idee für die Badenfahrt wurde nicht auf die lange Bank geschoben

Aus der Kolumne ist Realität geworden: In einem feierlichen Rahmen wurde das «Stille Bänkli» für die Badenfahrt enthüllt.

Das vom Badener Weinhändler Daniel Cortellini initiierte «Stille-Bänkli»-Projekt an der Badenfahrt nimmt Fahrt auf. Diese Woche wurde im Möbelgeschäft Talamona in Fislisbach anlässlich dessen 15-Jahr-Jubiläum die Sitzbank erstmals präsentiert. Das Resultat: Eine schlichte Bank, die durch klare Linien und klares Design überzeugt.

100 der 1,5 Meter breiten Bänkli sind bereits für je 500 Franken verkauft worden. Die Bänke sind nummeriert und mit den Namen des Käufers versehen. Mit den 500 Franken ist aber nur gerade der Materialaufwand gedeckt. Die rund 1000 Arbeitsstunden der beteiligten Firmen wurden nicht verrechnet beziehungsweise von den beteiligten Firmen offeriert. Doch wie konnte dieses – «Corti» äusserte in der BT-Kolumne den Wunsch einer ruhigen Badenfahrtecke – Projekt überhaupt realisiert werden? Massgeblichen Anteil hat der Badener Immobilienunternehmer Christoph Schoop. «Ich war sofort angetan von ‹Cortis› Idee einer ruhigeren Badenfahrt-Ecke. Denn auch für meinen Geschmack gibt es an der Badenfahrt zu wenig Rückzugsorte vom Lärm und Trubel», sagt Schoop. Kurz nach Erscheinen der Kolumne habe er sich mit «Corti» getroffen, um die Pläne zu konkretisieren. Dann sei alles sehr schnell gegangen. Dank seinen guten Kontakten konnte Schoop erst die Firma Metron Architekten in Brugg ins Boot holen. Deren Lehrlinge entwarfen in einem Wettbewerb erste Prototypen der Bänkli. In der Folge sagten die Schreinerei Peterhans Schibli aus Fislisbach und die Firma Wetter AG aus Stetten zu, mit ihren Lehrlingen die Bänke zu produzieren. Später kam auch noch die Firma Meier Schmocker aus Baden (Bemalung der Rückenlehnen) und die Bauspenglerei Schuppisser (Anfertigung der Schubladen) aus Oberrohrdorf hinzu. Schliesslich waren es die Lehrlinge aller beteiligten Firmen, die sich für einen Bank-Typ entschieden.

Feierlich wird das erste Badenfahrt-Bänkli enthüllt – davor schildert Daniel Cortellini, wie es dazu kam.

Feierlich wird das erste Badenfahrt-Bänkli enthüllt – davor schildert Daniel Cortellini, wie es dazu kam.

Für die Kommunikation konnte schliesslich die Werbeagentur Kommpakt aus Baden gewonnen werden. «Die Realisation des Projekts zeigt: Zusammen mit Freunden kann man viel bewirken», sagt Schoop. Er könne allen beteiligten Firmen nur danken für ihren grossen Einsatz und diese enorme Leistung. Weil nun gar gewisse Materialkosten von den Firmen nicht in Rechnung gestellt werden, wird am Ende aus dem Verkauf gar ein kleiner Überschuss resultieren. «Wir werden rund 10 000 Franken an eine gemeinnützige Institution überweisen können.»

Auf «Corti» warten 2000 Einsätze

Auch bei Ideen-Geber Daniel Cortellini ist die Freude gross. «Ich bin schlicht überwältigt vom Resultat. Ohne den Goodwill und den Einsatz Hunderter von Arbeitsstunden hätte das Projekt nicht realisiert werden können», so Cortellini, der ursprünglich mit dem Gedanken spielte, die Bänke zu kaufen. Doch mit der Fertigstellung der Bänke fängt die Arbeit für den Weinhändler erst an. Auf der eigens dafür eingerichteten Website (www.stille-baenkli.ch) können sich Festbesucher einen Überblick über die Bänkli-Standorte verschaffen und rund 50 Bänke reservieren. Diese verfügen über eine abschliessbare Schublade. In dieser befinden sich dann eine Flasche «Bänkliwii», ein Korkenzieher, vier «Stille-Bänkli»-Kelche aus Plastik mit Umhängeband und ein Snack. Die Schubladen sind abgeschlossen. Wer eine Bank für eine Stunde reserviert, erhält den Zahlencode für das Schloss.

«Bei bis zu vier möglichen Schichten von 16.30 Uhr bis 22 Uhr, 50 Bänken und 10 Festtagen, sprechen wir von rund 2000 Schichten. Wenn die Nachfrage da ist, werden ich und mein Team einiges zu tun haben», sagt «Corti» mit einem Lachen, um ernsthaft anzufügen: «Wir suchen dringend noch Verstärkung im Team!»

Ist eine Bank nicht reserviert, kann jedermann auf dieser Platz nehmen. «Es gibt einen Hinweis auf der Bank, dass diese reserviert sein kann», erklärt Cortellini. Für Sonnen- und Regenschutz ist übrigens dank 200 von der Bank Valiant (ohne Banklogo) gesponserten Schirmen gesorgt. Eine Stunde «Corti»-Bank inklusive Verpflegung und Wein kostet 65 Franken. Macht «Corti» also den grossen Reibach? «Leider nein, ich habs durchgerechnet. Wenn es gut läuft, komme ich gerade so raus.» Ihm gehe es aber ohnehin nicht ums Geschäft. «Ich will etwas bewegen. Aber dank des Projekts habe ich eine gute Präsenz», so Cortellini mit einem Schmunzeln. Ist das Fest Ende August dann zu Ende, werden die rund 50 Kilogramm schweren Bänke auf Wunsch der Besitzer von der Stiftung Arwo nach Hause transportiert.

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