«Ich habe sehr schnell gemerkt, dass Snowboarden meine Leidenschaft und nicht nur ein Hobby ist», sagt Berenice Wicki.

Zusammen mit ihrer Familie verbrachte sie als Kind viele Wochenenden und Ferientage in Davos, wo sie ihre ersten Fahrten in der Halfpipe wagte.

Ihr Talent blieb nicht unbemerkt, sie schaffte den Sprung vom Regional- ins Nationalkader, und vor ziemlich genau einem Jahr holte sie in Laax den Weltmeistertitel bei den Juniorinnen. Sie setzte sich gegen Konkurrentinnen durch, die teilweise vier Jahre älter waren.

Ihre Erklärung für die herausragenden Leistungen tönt ebenso einfach wie weise: «Wer Erfolg haben will in der Halfpipe, muss Spass haben. Ohne Spass kommt man im Leben sowieso nirgendwo hin. In der Halfpipe zu fahren, ist einfach mega cool.»

Berenice Wicki wuchs in Ennetbaden auf, wo ihre Eltern und die beiden Brüder noch heute wohnen. Sie besuchte hier die Primarschule, ehe sie mit 12 nach Davos ins Sportinternat zog.

«Meine Familie ist mir noch immer sehr wichtig, und auch zu meinen Kolleginnen und Kollegen aus Baden und Ennetbaden versuche ich so viel Kontakt wie möglich zu haben.»

Diesen Winter schaffte die 15-Jährige bereits den Durchbruch bei den Erwachsenen. Wiederum in Laax sprang sie im Weltcupevent auf Platz 11.

Ihre Leistungen blieben auch der Schweizer Sporthilfe nicht verborgen: Berenice Wicki wurde für den Nachwuchs-Award der Schweizer Sporthilfe nominiert, die bedeutendste Auszeichnung, die es im Schweizer Nachwuchssport zu gewinnen gibt.

Viele der früheren Preisträger gehören zu den bekanntesten Sportlern des Landes – die Skifahrer Beat Feuz und Wendy Holdener, Belinda Bencic (Tennis) oder Fabian Cancellara (Rad). Die Nomination zur Schweizer Nachwuchssportlerin des Jahres bedeute ihr sehr viel, sagt Wicki. «Ich finde es schön, dass es Leute gibt, denen meine Leistungen aufgefallen sind.»

Wicki wählt ihre Worte am Telefon mit Bedacht, sie wirkt gleichzeitig bescheiden und zielstrebig, erstaunlich reif für eine 15-Jährige.

«Meine Ziele sind die Jugendspiele 2020 in Lausanne, später würde ich gerne an den Olympischen Spielen und den X-Games in den USA teilnehmen. Noch bin ich aber ein ganzes Stück von den besten Boarderinnen entfernt. Aber ich versuche einfach, weiterhin hart zu trainieren und Spass zu haben.»

Neben der richtigen Einstellung bringt das Snowboard-Talent aus dem Aargau eine weitere wichtige Eigenschaft mit, um es an die Spitze zu schaffen. «Sie ist eine Athletin, die im Wettkampf regelmässig über sich hinauswächst», sagt Nationaltrainerin Isa Jud.

Eines steht fest: Wenn ihre Erfolgskurve weiterhin so steil nach oben zeigt, wird Snowboarden bald nicht nur mehr ihre Leidenschaft sein, sondern ihr Beruf.

Eine Motivation, weiter hart zu trainieren, wäre ein gutes Resultat bei der Wahl zur Nachwuchssportlerin des Jahres. Eine Teilnahme ist auf der Website der Schweizer Sporthilfe möglich. «Ich würde mich freuen, wenn so viele Menschen wie möglich für mich abstimmen.»