Gemeindeammann Hans Ulrich Reber (SVP), wird im Dorf immer mal wieder angefragt, wann denn nun das Alterszentrum gebaut werde. Denn die Gemeinde plant seit gut 50 Jahren daran. Doch mehrere Anläufe kamen nicht über das Entwurfsstadium hinaus.

So auch jenes Namens Ikarus, das der Gemeinderat 2010 verwarf, weil es mit 32 Betten weder den Bedarf der 6000-Einwohner-Gemeinde gedeckt hätte noch rentabel gewesen wäre. Zudem hätte man den Bau nicht erweitern können, wenn zu einem späteren Zeitpunkt zusätzliche Zimmer nötig geworden wären.

Wann endlich ein Alterszentrum auf der Zentrumswiese zu stehen kommt, kann Reber zwar noch nicht beantworten. Am Projekt arbeitet aber ein Steuerungsausschuss bestehend aus drei Gemeinderatsmitgliedern, drei Mitgliedern des Vereins Alterszentrum Würenlos sowie dem Gemeindeschreiber und Christoph Kratzer als Projektleiter gemeinsam mit mehreren Kommissionen.

«An der Wintergmeind werden wir die Gründung einer gemeinnützigen AG beantragen. Sie wird die weiteren Arbeiten in Angriff nehmen und später einen Betreiber für das Alterszentrum suchen», sagt Reber. Stimmt die Gemeindeversammlung dem Antrag zu, kann die gemeinnützige AG ab 2017 ihre Arbeit aufnehmen.

Ebenfalls wird derzeit eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, die der AG als Grundlage dienen soll. Die Studie wird zeigen, wie das Alterszentrum später aussehen soll und welche Gebäudestruktur am sinnvollsten ist. Architektonisch ist noch alles offen.

«Die Zentrumswiese liegt in der Zone für öffentliche Bauten, wo mithilfe eines Gestaltungsplans mehr Möglichkeiten bestehen, was den Neubau betrifft», erklärt Reber. Er fügt an, «wir wollen aber keinen sechsstöckigen Bau realisieren, sondern ein Alterszentrum, das ins Dorfbild passt und Grünflächen freilässt.» Ziel sei es, 2018 die Resultate der Studie zu präsentieren.

60 Wohnungen – über 70 Betten

Ist bei der Gebäudeform noch alles offen, so sieht das vorläufige Raumprogramm relativ konkret aus. Es beinhaltet 60 Wohnungen, davon 36 1,5-Zimmer-Wohnungen und 24 2,5-Zimmer-Wohnungen, von denen 12 je nach Bedarf zu maximal 24 Pflegezimmern umgebaut werden können.

So wird das Zentrum über bis zu 72 Betten verfügen. Die Bettenzahl soll den Bedarf decken und gleichzeitig garantieren, dass das Zentrum rentabel sein wird. «Das künftige Gebäude sollte zudem ausbaubar sein, falls zu einem späteren Zeitpunkt zusätzliche Wohnungen und Zimmer benötigt werden», sagt Reber. Weiter ist vorgesehen, dass die Spitex Würenlos ins Alterszentrum integriert und dort Pflegeleistungen übernehmen wird.

Im Juni vor einem Jahr hatten die Stimmbürger dem Landabtausch zwischen der Einwohner- und Ortsbürgergemeinde zugestimmt. So ist das gesamte Land der Zentrumswiese nun im Besitz der Einwohnergemeinde. Es hat einen Wert von 4 Millionen Franken.

Weil die Gemeinde dieses Land einschiesst und die Würenloser bereits 1960 anfingen, einen Fonds für ein Alterszentrum zu äufnen, der inzwischen auf 4 Millionen Franken gewachsen ist, zeigt sich Reber zuversichtlich, was die Finanzierung des Alterszentrums betrifft.

Poststrasse muss breiter werden

Den frühesten Termin des Baustarts setzt Reber für das Jahr 2020 an. «Das wäre unser Traumtermin, der allerdings sehr ambitioniert ist.» Letztlich müsse man bei solch grossen Bauprojekten auf Einwendungen gefasst sein, die zu Anpassungen oder Verzögerungen führen könnten.

Und bis ein Gestaltungsplan vorliegt, sind noch einige Zwischenschritte nötig. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Poststrasse samt Postgebäude. Die Erschliessung muss nämlich über die Poststrasse erfolgen, die dafür aber noch zu schmal ist.

Um die Strasse zu verbreitern, will der Gemeinderat das Postgebäude kaufen. Es soll einem nach hinten versetzten Neubau weichen. «Wir sind mit der Post derzeit in den Verhandlungen», sagt Reber zum Stand der Dinge. Ein bevorstehendes Treffen mit der Post wird hier Klarheit schaffen. Ziel: Die Poststelle soll von der Landstrasse her gut sichtbar sein.

Ein weiteres Vorhaben betrifft das Alterszentrum indirekt. So will die Familie Meier, Besitzerin des Restaurants Rössli, hinter dem Gasthof Wohnungen bauen. «Es wäre städtebaulich sinnvoll, diese Wohnungen in den Gestaltungsplan aufzunehmen, weil damit unter anderem ideale Parkierungsmöglichkeiten geschaffen werden können», sagt Reber.