Wettingen

Die Sportanlage Bernau soll saniert werden

Internationale Gäste auf dem Kunstrasen der Bernau: Im Juni 2019 empfing Rotweiss Wettingen mit Silvan Steimer (links) im Europacup unter anderem ein Team aus Weissrussland.

Der Wettinger Gemeinderat beantragt für die Landhockeyaner ein Darlehen über 300'000 Franken und sichert sich das Vorkaufsrecht an der Bernau.

Die beiden Landhockey-Klubs, vorab Serienmeister Rotweiss Wettingen, seien nationale und internationale Aushängeschilder, sagt Gemeindeammann Roland Kuster. «Internationale Gäste kommen gerne nach Wettingen und schätzen die Infrastruktur der Bernau.»

Die Sportanlage, auf der die beiden Vereine ihre Heimspiele austragen, ist gewissermassen die Visitenkarte. Doch damit dies so bleiben kann, seien die Rahmenbedingungen internationalen Standards anzupassen.

Sprich: Vor allem der Kunstrasen ist in die Jahre gekommen und muss erneuert werden. Deshalb beantragt der Gemeinderat vom Einwohnerrat die Bewilligung eines unbefristeten und zinslosen Darlehens über 300'000 Franken an Rotweiss Wettingen.

2008 wurde der Kunstrasen erstmals ersetzt

Die Gesamtkosten der geplanten Sanierungen betragen 675'000 Franken. Die Gemeinde teilt mit: «Der jetzige Zustand entspricht nicht mehr den internationalen Anforderungen für Europacup-Turniere, Länderspiele etc. Deshalb sieht sich Rotweiss Wettingen gezwungen, den Kunstrasen im Sommer 2020 zu ersetzten.»

1994 wurde der Kunstrasen verlegt. Ein erstes Mal ersetzt wurde er 2008. Beim damaligen Kreditbegehren, ebenfalls über 300'000 Fr., hoffte man auf eine Lebensdauer von 15 Jahren. Infolge der intensiven Nutzung durch Trainings- und Meisterschaftsspiele wurde der Rasen stark abgenutzt.

Nebst Rotweiss und dem HC Wettingen nutzen im Winter auch das Lacrosse-Team und der FC Wettingen den Platz. Zudem finden auf der Bernau Lehrgänge der Landhockey- und Lacrosse-Nationalteams statt.

Nebst dem Kunstrasen für 355'000 Franken sollen die Beleuchtung auf LED umgerüstet, das Garderobenhaus und die Bewässerung saniert sowie die Heizung und das Warmwasser erneuert werden.

Zusätzlich zu den 300 000 Franken der Gemeinde steuern Rotweiss und der HC Wettingen insgesamt 150'000 Franken bei. 200 000 Franken kommen aus dem Sport-Toto-Fonds, 25'000 Franken stammen aus Förderbeiträgen für Energieeffizienz.

Praxisänderung: Darlehen statt à fonds perdu

2008 wurden die 300'000 Franken noch als Gemeindebeitrag investiert. «Aber wir können nicht alle 10 bis 15 Jahre einen solchen Betrag à fonds perdu sprechen», sagt Kuster. Deshalb sei nun eine Praxisänderung angezeigt.

Der Gemeinderat ist bereit, die Mittel mit einem zinslosen und unbefristeten Darlehen zur Verfügung zu stellen. Die 300'000 Franken sind im Finanzplan für das Jahr 2020 berücksichtigt. Die Werthaltigkeit wird grundpfandrechtlich sichergestellt.

Bereits in früheren Jahren wurde Rotweiss Wettingen durch Darlehen der Gemeinde unterstützt. 1994 wurde ein Darlehen von 550'000 Franken gewährt, aus noch früheren Jahren stammt ein Darlehen über 40'000 Franken.

Werden die 300'000 Franken vom Einwohnerrat genehmigt, hat die Gemeinde demnach gegenüber Rotweiss Wettingen einen Anspruch von 890'000 Franken.

Gemeinde sichert sich Vorkaufsrecht

Sollte die Bernau einst nicht mehr von Rotweiss Wettingen genutzt werden, hat sich die Gemeinde das Vorkaufsrecht im Grundbuch eintragen lassen. Damit stünde der Gemeinde attraktives Bauland zur Verfügung.

Heute ist der Sportplatz der Zone für öffentliche Bauten zugeteilt, eine entsprechende Umzonung in die Bauzone wäre notwendig.

Dass es einmal so weit kommt, ist durchaus möglich. Im Masterplan Tägerhard aus dem Jahr 2007 steht, dass auf den Baufeldern beim Tägi ein Landhockey- und ein Fussballstadion gebaut werden könnten.

Längerfristig ist also denkbar, dass der FC Wettingen und die Landhockeyaner ihre jetzigen Spielstätten dereinst ins Tägi verschieben.

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