Baden

«Die Polizei musste nie vorfahren»: Barchef schliesst die «Rose»-Bar nach 10 Jahren

Führte die «Rose»-Bar mit Herzblut: René Manolito hinter der Theke.

Führte die «Rose»-Bar mit Herzblut: René Manolito hinter der Theke.

René Manolito zieht sich nach zehn Jahren aus der «Rose»-Bar in der Mittleren Gasse in Baden zurück. Wie er mit Streithähnen umging und was er jetzt beruflich vorhat.

Es herrscht Aufbruchstimmung in der Mittleren Gasse 22 in Baden. Nach zehn Jahren schliesst Barchef René Manolito die «Rose»-Bar, die sich im Erdgeschoss neben dem Restaurant Rose befand. Grund dafür ist ein Besitzerwechsel beim Restaurant. Nach dem Tod von Urs Eggenschwiler vor zwei Jahren übernahm das Wirtepaar Dogan die «Rose» in der Weiten Gasse, bei denen Manolito mit seiner Bar Untermieter war.

Nun baut der neue Besitzer Markus Schön das Restaurant um, auch die Bar soll erneuert werden. Manolito kam damals durch Eggenschwiler zur Tätigkeit hinter der Theke: «Ich kannte Eggenschwiler privat. Und weil meine Mutter in der Ostschweiz auch ein Restaurant führte, hatte ich die Gastronomieszene immer im Blick.» Der 60-Jährige aus Stetten blickt mit gemischten Gefühlen auf seine zehn Jahre zurück: «Zum einen tut es mir natürlich für unsere Gäste leid. Zum anderen rentierte die Bar einfach nicht mehr. Der Zeitpunkt jetzt stimmt für mich.»

Neben Manolito arbeiteten fünf Kolleginnen von ihm in der Bar. Die Frauen fanden durch Manolito den Weg in das Lokal: «Alle waren jeweils auf der Suche nach einer Teilzeit-Anstellung, da holte ich sie vor Jahren kurzerhand ins Team.» Unter den Gästen befanden sich vor allem ältere Barbesucher ab rund 40 Jahren, die eine ruhigere Ecke in Baden anderen Lokalitäten vorzogen.

«Brenzlige Situationen habe ich persönlich erledigt – ohne Brutalität»: René Manolito über die Schliessung seiner «Rose»-Bar

«Brenzlige Situationen habe ich persönlich erledigt»: René Manolito über die Schliessung seiner «Rose»-Bar.

Zwischenfälle, zum Beispiel durch erhöhten Alkoholkonsum, gab es äusserst selten: «Wir mussten nie die Polizei zu Hilfe holen. Unsere Gäste verhielten sich allesamt anständig, bei uns traf man sich, um sich mit Freunden zu unterhalten.» Wenn es doch mal Schwierigkeiten gab, reagierte das Personal schnell: «Wenn jemand Anstalten machte, Streit anzuzetteln, landete er blitzartig in der Gasse draussen.»

Baustellen schadeten

Seit den Umbauarbeiten in der Weiten Gasse im Jahr 2013 befand sich die «Rose»-Bar in einer schwierigen finanziellen Situation. Als dann der Schulhausplatz vor rund drei Jahren auch umgebaut wurde, drückte das noch stärker auf die Einnahmen der Bar, so Manolito: «Der Umbau des Schulhausplatzes brachte mir Umsatzeinbussen von rund 50 Prozent.»

Zwar konnte Manolito auf einige Stammgäste zählen, ein Gewinn liess sich dadurch aber in den letzten Jahren nicht erwirtschaften. Der Barchef bedauert die jetzige Situation auch für seine ehemaligen Gäste, von der er aus Gesprächen weiss: «Sie wissen gar nicht, wohin sie jetzt gehen sollen. Ein ähnliches Lokal gibt es in Baden meines Wissens nicht.»

Manolito arbeitet nun als Aushilfe im Strassenbau weiter und frönt daneben seinem Hobby als regional bekannter DJ. Er würde gern nochmals in Baden eine Bar führen, die Mieten halten ihn aber ab: «Die Lokalitäten in Baden sind sehr teuer.» Ob sich nach dem Umbau im Restaurant in der Weiten Gasse immer noch eine Bar befindet, ist aktuell offen.

Meistgesehen

Artboard 1