Baden
Die Möglichkeit zu Teilen: Kantonsspital organisiert neu Trauertreff

Der Tod eines geliebten Menschen belastet Angehörige stark. Ihnen gibt das KSB nun Raum für ihre Trauer und ihren seelischen Schmerz.

Frederic Härri
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Auch die Gedenkstätte für frühverlorene Kinder ist ein Trauerort am KSB.

Auch die Gedenkstätte für frühverlorene Kinder ist ein Trauerort am KSB.

Elisabeth Feller

Die enge Betreuung von Patienten, die an einer unheilbaren Krankheit leiden, steht im Zentrum der Palliative Care. Zur Pflege gehört aber auch die Begleitung von Angehörigen und Bekannten, die vom Sterben eines Patienten mitbetroffen und stark belastet sind. Für sie organisiert die Palliative-Care-Station des Kantonsspitals Baden (KSB) heute Abend erstmals einen offenen Trauertreff.

«Wir wollen den Hinterbliebenen die Möglichkeit bieten, die Trauer nach einem Todesfall mit anderen Betroffenen zu teilen», sagt Annett Ehrentraut, stellvertretende Leitende Ärztin der Palliative Care und Inneren Medizin am KSB.

Von 17 bis 19 Uhr steht den Trauernden ein professionelles Team aus Seelsorgern, Freiwilligen, Psychoonkologen sowie Palliativ-Experten zur Verfügung. «Ziel ist es, den Angehörigen Raum zu geben für ihre Trauer und ihren seelischen Schmerz», sagt Ehrentraut.

An anderen Schweizer Spitälern gebe es bereits ähnliche Projekte, sagt Priska Bützberger, stellvertretende Leitende Ärztin der Palliative Care und Onkologie. Nun wird das Konzept auch am KSB institutionalisiert.

Den Ausschlag habe unter anderem die Rückmeldung von Patienten, Angehörigen und Bekannten gegeben: «Wir veranstalten einmal im Jahr eine Gedenkfeier. Dort haben wir von Betroffenen viel Feedback erhalten, dass sie sich mehr Angebote wünschen würden», erklärt Bützberger. Da sich gezeigt hat, dass Bedarf besteht, hat sich das Palliative-Care-Team schliesslich für den Aufbau des Trauertreffs entschieden.

Der Löwenzahn als Symbol

Der Name des Trauertreffs lautet «Café Soffione». Das italienische Wort «Soffione» bedeutet «Löwenzahn», welcher laut Bützberger für die Vergäng- lichkeit steht. Und: «Die Blume ist auch unser offizielles Logo für die Palliative-Care-Station.»

Der erste Trauertreff findet heute im ökumenischen Zentrum in Dättwil statt. Weitere Trauertreffs wird man ab jetzt im Zwei-Monate-Rhythmus durchführen. «Die Treffen sind Bestandteil unseres Palliative-Care-Konzeptes», so Annett Ehrentraut. Das nächste Treffen findet am 22. März am gleichen Ort und zur gleichen Zeit statt.

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