Killwangen

Die Liftanlage hängt in der Luft – der Gemeinde fehlt das Geld

Der Bahnhof Killwangen-Spreitenbach

Der Bahnhof Killwangen-Spreitenbach

Ein Lift soll den Zugang zum Bahnhof erleichtern. Die Gemeinde kann sich den Bau aber nicht leisten

Ein Lift für einen barrierefreien Zugang vom Dorf zum Bahnhof, das wünscht sich der Killwangener Gemeinderat – vor allem auch, seit definitiv klar ist, dass die Limmattalbahn zustande kommt und bis Killwangen führen wird. Noch ist die Finanzierung des Lifts nicht gesichert, und der Gemeinderat entschied sich dagegen, den Baukredit für das Projekt – wie zuerst geplant –an der Sommergmeind 2018 der Bevölkerung zur Abstimmung vorzulegen. Er befürchtete, dass der Lift zu diesem Zeitpunkt abgelehnt worden wäre.

Im Dezember letzten Jahres klang es noch positiver. Vizeammann Walter Hubmann (parteilos) sagte «ja», die Gemeinde könne sich den Lift leisten und hätte 1,5 Millionen Franken dafür im Finanzplan vorgesehen (AZ vom 13.12.2017). Inzwischen wurde der Kredit wieder aus dem Finanzplan gestrichen, da der Bund im Februar die Gelder für die «Agglomerationsprogramme 2. Generation» sistiert hatte: «Die Baukosten kann die Gemeinde alleine nicht stemmen», krebst Hubmann zurück. Ein neues Gemeindehaus und der Aufbau von Tagesstrukturen werden das Budget der Gemeinde in näherer Zukunft belasten.

Hoffnung ruht auf dem Bund

Killwangen hofft nun darauf, dass die im September vom Bund präsentierten «Agglomerationsprogramme 3. Generation» im Parlament Zustimmung finden. Darin ist unter der Massnahme «Neue Erschliessung Bahnhof Killwangen» ein Beitrag des Bundes von 1,38 Millionen Franken festgehalten. Das im Programm beschriebene Gesamtpaket umfasst Passarelle, Lift und die Anpassung des im Dorf oben liegenden Ankengässlis, um den Zugang barrierefrei für Rollstühle und Kinderwagen zu gestalten. Das stimme so aber nicht mehr: «Von einer Passarelle ist schon lange keine Rede mehr», sagt Hubmann. Es komme nur eine Hang-Variante in Frage. Wie diese genau aussehe, das wüsste der Gemeinderat noch nicht, da verschiedene Varianten in Klärung seien. Und die Kosten würden erst genau berechnet, wenn die Finanzierung zustande komme.

In den Agglomerationsprogrammen ist das Gesamtpaket mit Kosten von rund vier Millionen Franken veranschlagt. Die vom Bund beigesteuerten 1,38 Millionen Franken würden den 35 Prozent entsprechen, die für das Programm Limmattal zur Verfügung gestellt werden. Solange die Gelder noch nicht definitiv gesprochen seien, könne ein Lift aber «nicht ernsthaft geplant werden», so Hubmann.

Warum hat die Gemeinde dennoch vorsorglich einen Betrag von 1,5 Millionen Franken im Finanzplan festgehalten, obwohl sie gar nie wusste, wie sie sich das leisten soll? «Wir haben vor fünf Jahren mit der Limmattalbahn zu rechnen begonnen und deshalb vorsichtshalber einen Betrag im Finanzplan festgelegt», erklärt Hubmann. «Wenn man etwas bauen will, muss es ja irgendwo festgehalten werden.» Die Investitionsplanung sei aber eine rollende Planung und da fallen schon einmal gewisse Vorhaben wieder raus.

Entscheidung fällt 2019

Man dürfe zudem auch nicht vergessen, dass der Lift Nachfolgekosten wie Unterhalt und Reinigung nach sich ziehen werde: «Auch dafür müssten wir die Finanzierung detaillierter ausarbeiten.» Die im Finanzplan festgehaltenen 1,5 Millionen Franken seien ausserdem nicht nur für den Bau des Lifts geplant gewesen, sondern auch für die Verlegung von Strom- und Abwasserleitungen, die unter den geplanten Gleisen der Limmattalbahn angepasst werden müssen.

Laut Rudolf Menzi vom Bundesamt für Raumentwicklung sei beim Bund ein Abschluss der Agglomerationsprogramme bis zur Sommersession 2019 angestrebt. Erst dann, wenn das Parlament die Programme definitiv verabschiedet, könne Killwangen weiterplanen, sagt Hubmann: «Dann können wir schauen, wie viel wir aus eigener Kraft finanzieren können.»

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