Bei Kafi, Zopf und Konfi ein knappes Stündlein «Persönlich» am Radio zu hören ist jeweils ein guter Start in den Sonntagmorgen. Noch besser ist es, bei diesem Gespräch zwischen einem Moderator und zwei Gästen live dabei zu sein. So wie gestern im ThiK Baden, wo Dani Forler mit Wicca Meier-Spring, einer modernen Hexe und Leiterin des Hexenmuseums in Auenstein, und Marc Dietrich, dem ehemaligen Sänger beim Trio Peter, Sue und Marc, plauderte.

Im Zuschauerraum war kein Stuhl mehr frei und die Zuhörer erfuhren nicht nur Interessantes aus dem Leben der beiden Talk-Gäste – es gab auch viel zu Schmunzeln und Lachen. Das begann schon beim Countdown bis zur Sendung. Auf die Frage von Moderator Dani Forler an seinen Kollegen im Studio bezüglich allfälliger Verkehrshinweise, meldete Michael Brunner cool, die Meldung von einem Reh auf der Autobahn sei hinfällig: «Das Reh hatte eine Vignette.»

Erster Auftritt mit Peter Reber

Dann begrüsste Forler seine beiden Gäste und stellte sie vor, worauf das Publikum tosend applaudierte, wie sich das für aktive Teilnehmer an einer Radiosendung gebührt. Vom heute 67-jährigen Marc erfuhr man unter anderem, dass sein allererster Auftritt am Fernsehen 1966 zusammen mit seinem Freund «Pesche», Peter Reber, im «Club 66», die allerersten Sendung von Kurt Felix war. «Und der letzte Auftritt vom Trio war 1981 wieder bei Kurt Felix im ‹Teleboy›.» Peter, Sue und Marc hätten übrigens als einzige Gruppe überhaupt an vier European Song Contests teilgenommen.

Wicca – «das kommt vom Englischen ‹witch› für Hexe» – gestand, dass sie nicht auf einem Besen reite, aber mit Leidenschaft Motorrad fahre: «En Bäse cha nie das Feeling bringe.» Von männlichen Besuchern ihres Museums werde sie ab und zu gefragt, «ob sie ihre Frauen da lassen können». Sie erklärte unter anderem, woher der Brauch kommt, mit Gläsern anzustossen: «Früher war da die Angst, dass beim Trinken böse Geister in den Mund kommen könnten; die haben aber Angst vor klirrenden Geräuschen.»

Offen und locker berichtete Marc von den Rückschlägen in seinem Leben, seinen zwei gescheiterten Ehen und der glücklichen dritten mit Trixi und davon, wie er sich immer wieder aufgerappelt hatte. Beispielsweise, dass er, weil er sich masslos über das Littering aufgeregt habe, freiwillig in den Strassen von Bern Abfall eingesammelt habe und daraufhin von der Stadt dafür angestellt worden sei: ein echter Lebenskünstler.

Die 50 Minuten auf Sendung waren im Hui vorüber. Mit der Versicherung von Hexe Wicca, dass die bevorstehende Walpurgisnacht ein «Freudenfest, vergleichbar mit dem Sechseläuten» sei und dem Kompliment von Marc «Baden ist eine sehr schmucke Stadt», gingen ThiK-Besucher beschwingt in den sonnigen Sonntagmittag hinaus.