So, wie alte Bäume Wind und Wetter trotzen, so trotzt das Familienunternehmen Peterhans, Schibli & Co. dem Umfeld in der Holzbranche. Vor 60 Jahren durch die Gesellschafter Hans Schibli, Richard Heimgartner und Josef Peterhans gegründet, wird der Schreinerei- und Holzbaubetrieb heute in dritter Generation geführt.

Das Jubiläum, das die Fislisbacher Firma mit ihren 47 Angestellten in diesem Jahr feiert, führt unweigerlich zur Frage: Wie gelang es Peterhans, Schibli & Co., sich seit 1959 am Markt zu behaupten? Sind es doch etliche Herausforderungen, mit denen die Branche heutzutage konfrontiert wird, beispielsweise höhere Ansprüche, tiefe Offerten-Preise der Konkurrenz und Online-Handel, nur um ein paar zu nennen. «Wir haben vor 25 Jahren von unserem Vater Josef eine Firma übernehmen können, die regional verwurzelt ist und auf einem breiten Kunden-Netzwerk basiert», sagt Beat Peterhans (57). Gemeinsam mit Bruder Michael, seiner Tochter Bettina, Reto Attiger und Daniel Keller bildet er heute die Geschäftsleitung. «Dank dieser soliden Grundlage konnten wir die Firma aufbauen und weiterentwickeln», erklärt Michael Peterhans (55).

Service macht den Unterschied

In diesem Prozess sei wichtig gewesen, die Authentizität nicht zu verlieren. «Obwohl wir seit der Gründung stark wuchsen, blieben wir mit den Füssen stets am Boden», sagt Beat
Peterhans. So spiele es keine Rolle, ob es sich um eine kleine Reparatur von weniger als 100 Franken handle oder um grosse Schreiner- und Holzbauarbeiten von mehreren Tausend Franken: «Wir bringen jedem Kunden die gleiche Wertschätzung entgegen.»

Die Kundenbetreuung sei insbesondere im digitalen Zeitalter, in dem viele Vorgänge anonym abgewickelt werden, von Bedeutung, fügt Bettina Peterhans (32) an. Denn: «Schreinerei- und Zimmereiarbeiten kann jeder Betrieb von hoher Qualität durchführen. Aber mit einer kompetenten und lösungsorientierten Beratung, einem exzellenten Service und Freude an der Arbeit kann man sich von der Konkurrenz abheben.» Einen weiteren Grund, weshalb sich das Unternehmen seit 1959 hält, ist, dass Peterhans, Schibli & Co. kaum exportabhängig und auf Privatkunden ausgerichtet sei, so Michael Peterhans.

Sackgeld aufgebessert

Bei den Peterhans-Brüdern zeichnete sich früh ab, dass sie in das Familienunternehmen einsteigen werden. Während andere Kinder in der Freizeit Fussball spielten, gingen die beiden lieber mit Vater Josef auf Baustellenbesuch, sammelten Holz und verarbeiteten dies. «Dadurch besserten wir nicht nur unser Sackgeld auf, sondern lernten das Material Holz besser kennen und schätzen», erinnert sich Beat Peterhans. Dabei betont Michael Peterhans, dass man nie dazu gezwungen worden sei: «Wir sind in die Branche reingerutscht.»

So kam es, dass beide eine Schreinerlehre absolvierten – jedoch nicht im Familienbetrieb. «Solche Schlitzohren wie wir wollte Vater nicht ausbilden», sagt Beat Peterhans und lacht. Nach der Ausbildung und verschiedenen Weiterbildungen stiegen sie schliesslich ins Geschäft ein, erst in der Produktion, dann in der Montage. Nachdem sie sich «die Sporen abverdient haben», wie die beiden sagen, arbeitete Josef Peterhans seine Söhne in die operativen Geschäfte ein.

Anders bei Bettina Peterhans: Für sie war es Liebe auf den zweiten Blick. Nachdem sie eine KV-Lehre absolviert und einige Jahre in der Immobilienbranche gearbeitet hatte, wollte sie einen Tapetenwechsel. «Da im Familienbetrieb gerade eine Stelle frei war, bewarb ich mich», sagt sie und fügt mit einem Schmunzeln an: «Eigentlich sollte es nur eine Übergangslösung sein. Mittlerweile sind acht Jahre vergangen.» Heute unterliegt ihr die Administration und die Finanzen. Vater Beat und Onkel Michael Peterhans bezeichnen es als «einen Meilenstein, dass nun die dritte Generation in der Firma arbeitet». Angedacht ist, dass auch Michael Peterhans’ Sohn Kevin, der derzeit Innenarchitektur studiert, künftig zum Betrieb stösst.

Millionen von Franken investiert

In den über 30 Jahren, in denen die Brüder im Betrieb arbeiten, kam es zu zahlreichen Veränderungen, beispielsweise beim Einkauf. «Früher besorgten wir das Holz direkt bei den umliegenden Forstbetrieben», sagt Michael Peterhans. Heute hingegen werden vermehrt Schweizer Halbfabrikate angeschafft und veredelt. Ein weiterer Unterschied: Gegenwärtig hätten die Kunden keine Hemmungen mehr, deutsche Händler für ein Bauprojekt in die Schweiz zu holen. «Trotz aller Herausforderungen: Als KMU ist es wichtig, sich den Gegebenheiten anzupassen und an unsere Arbeit zu glauben.»

Dies zeigt sich anhand der Investitionen, welche die Firma in den letzten Jahren getätigt hat, unter anderem in ein Gewerbehaus für die Zimmerei an der Bernardastrasse und in einen Neubau am Hauptsitz an der Fislisbacherstrasse für mehrere Millionen Franken. «Wir sind überzeugt, dass wir uns auf hohem Niveau stetig weiterentwickeln können», blickt Bettina Peterhans in die Zukunft. Dabei sei es wichtig, betonen Beat und Michael Peterhans, dem Personal sowie den Auszubildenden Sorge zu tragen und die Freude am Holz nicht zu verlieren. «Also das, was uns in die Wiege gelegt wurde.»